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Khao Yai Nationalpark

Der Khao Yai Nationalpark ist der größte, älteste und in vieler Hinsicht schönste Nationalpark Thailands. Das Meer fehlt. Wer einwendet, dass nichts in Thailand am schönsten sein kann, wenn es keine Korallen hat und keinen Traumstrand, der hat seine Gründe, sollte aber auf folgendes Gegenargument eingehen: als man Ende der 90er Jahre in der Andamanensee „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio drehte und einen Wasserfall suchte, spektakulär genug, um eine glaubwürdige Mutprobe zu zeigen, fand man ihn nicht in direkter Umgebung des Maya Beach auf Ko Phi Phi Leh, sondern – erraten.

Dieser weltberühmte Wasserfall liegt hier (ebenso wie viele weitere und auch Höhlen), im Khao Yai Nationalpark, und dieser Ort, für den ein komplettes Hollywood-Filmteam über hunderte von Kilometer durch das ganze Land gekarrt werden musste, ist längst nicht die Hauptattraktion.

Das Gelände

Das Gelände des Nationalparks ist klug gewählt. Von 100 Metern über dem Meeresspiegel zieht es sich bis zu 1.351 Metern hinauf, die höchste Erhebung ist der Khao Rom. Ein Großteil des Parks liegt in der Provinz Nakhon Ratchasima im Westen des Isaan, in der Umgebung gibt es zahlreiche archäologische Fundstellen, die relative Nähe zu Bangkok zieht ein Maximum an Gästen an und durch die großen Höhenunterschiede vereint der Khao Yai Nationalpark einen beachtlichen Teil der in Thailand vorkommenden Tier- und Pflanzenwelt in sich. Man spricht von bis zu 80 % jener Arten, die irgendwo in Thailand leben.

Boonsong Lekakun

Die Natur Thailands wurde über Jahrhunderte gnadenlos geplündert. Die Plantagenbesitzer, Händler, Jäger und Jäger von Boden- und Kulturschätzen scherten sich nicht um Nachhaltigkeit. In den 50er Jahren gab es erste Ideen, nach geeigneten Plätzen für Schutzgebiete zu suchen, dabei tat sich Boonsong Lekakun besonders hervor.

Khao Yai Nationalpark

Khao Yai Nationalpark @iStockphoto/Natthapol Vanasrivilai

Thailands berühmtester Naturschützer gründete eine Schutzorganisation und kämpfte über viele Jahre durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit für den Schutz der Natur und konnte schließlich höchste Regierungsstellen für sein Anliegen gewinnen. 1962 wurde der Khao Yai Nationalpark auf sein Betreiben eingerichtet und ihm ist es auch zu verdanken, dass Thailand heute den größten Anteil der Landfläche aller südostasiatischen Staaten als Schutzgebiete ausgeschrieben hat.

Vegetation

Gleich fünf Vegetationszonen finden sich im Khao Yai Nationalpark. Trockene Mischlaubwälder, immergrüne Trockenwälder, tropische Regenwälder, immergrüne Bergwälder und eine Form von Grassteppe können hier erlebt werden, es gibt den größten geschützte Monsunwald auf dem Kontinent und garniert wird das in der Regenzeit mit unfassbar vielen blühenden Orchideen.

Tierwelt

Theoretisch müsste man im Park selbst Tiger sehen können, die haben aber Besseres zu tun als sich mit Menschen zu beschäftigen. Es gibt Nashornvögel im Wald, und zwar gleich mehrere Unterarten, etwa 300 wildlebende Elefanten, Gibbons, Fledermäuse und zahllose erstaunlich große Spinnen, Blutegel, viele Insekten, seltene Urrinder, Wasserbüffel, Hirsche, Antilopen … An Säugetieren soll es allein mehr als 70 Arten geben. Da der Khao Yai Nationalpark mehrere Schwesterparks in der Umgebung hat, liegt die Anzahl zusammengerechnet noch wesentlich höher.

Routen und Erlebnisse im Park

Der Nationalpark ist der am meisten besuchte in ganz Thailand und besitzt eine entsprechende Infrastruktur. Es werden zahlreiche unterschiedliche Touren angeboten, oft in Kombination mit Übernachtung am Park, damit das Erlebnis mit der erwachenden Natur beginnen kann, es gibt mehrere 100 Kilometer Trails, wobei man sich da dem Großwild und vor allen Dingen auch der Elefanten bedient, deren Pfade einfach mitgenutzt werden.

Die Organisation des Parks ist gut, die Angestellten sprechen häufig Englisch und besonders an den Zufahrten zum Park kann man sich hervorragend verpflegen. Es ist aufgrund der Höhe etwas kühler im Park als in der Umgebung, das sollte bei der Ausrüstung bedacht werden und wer touren durch den Dschungel macht, braucht festes Schuhwerk und lange Hosen – wegen der Blutegel.

Lage, Anfahrt & Übernachtung

Etwas mehr als zwei Autostunden von Bangkok entfernt, ist der Park für alle, die nicht selbst mit dem Auto kommen, am besten mit dem Bus zu erreichen. Pak Chong ist der wichtige Halt, von dem man zum Nordeingang des Parkes kommt.

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