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Hamburg an einem Wochenende

Wer ein Wochenende Zeit hat, Hamburg und seine Sehenswürdigkeiten zu entdecken und zu genießen, der hat eindeutig zu wenig Zeit. Aber er kann ja – und wird – wiederkehren.

Hamburg

Hamburg ©TK

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Freien und Hansestadt sind zweifellos ihre Menschen. Unbedingt sollte man bei einem Hamburg-Besuch eine halbe Stunde entspannt an einem der belebten Plätze der Stadt in Muße bei einer Tasse Kaffee die vorbeiflutenden Hamburger und ihre Gäste beobachten. Eine größere Vielfalt an Normalos, Typen und Originalen dürfte in dieser Dichte auch nicht am Londoner Piccadilly Circus zu finden sein.

Die Hamburger City mit ihren Einkaufspassagen im schicken Hanseviertel und den großen Kaufhäusern in Mönckebergstraße und Spitalerstraße ist ein hervorragender Standort für solche Beobachtungen. Ebenso der sich anschließende Rathausmarkt, der weitläufige Platz vor dem politischen Herzen der Stadt, dem Rathaus. Der pompöse, 1897 eingeweihte, Bau ist Sitz von Stadtregierung („Senat“) und Stadtparlament („Bürgerschaft“). Bezeichnenderweise für die „Pfeffersack“-Metropole Hamburg bildet das „Politische Herz Hamburgs“ mit dem angrenzenden klassizistischen Gebäude der Hamburger Börse ein zusammenhängendes Bauensemble. Eine Besichtigung des Rathauses mit seinen imponierenden Prachträumen ist unbedingt zu empfehlen. Auch wenn der vor dem Rathaus Wache stehende „Udel“, wie die Polizisten in Hamburg von Traditionalisten genannt werden, ausnahmsweise einmal grimmig guckt.

Hamburger Michel

Hamburger Michel ©TK

Der Rathausmarkt wird von einem „Kleine Alster“ genannten kurzen, kanalisierten Teilstück des Stadtflusses Alster begrenzt. Die Kleine Alster ist die Fortführung des aufgestauten Alstersees, der geteilt in „Binnenalster“ (18 ha) und „Außenalster“ (164 ha) dem Innenstadtbereich von Hamburg sein einmaliges Flair verleiht. Auf dem von der Prachtstraße Jungfernstieg, viel Stadtgrün, Hotels und hanseatischen Villen ufergesäumten See tummeln sich im Sommer Segler, Ruderer und die Alsterschwäne, für deren Fürsorge im Hamburger Verwaltungsbudget seit mehr als 400 Jahren die Amtsposition „Schwanenvater“ vorgesehen ist. Wer Alstergefühl pur genießen möchte, der sollte eine Fahrt mit einer der vielen Fähren der weißen „Alsterflotte“ machen und von Anlegestelle zu Anlegestelle fahren. Bei speziellen Angeboten können auch auf Nachttörns oder Kanal- und Fleet-Fahrten ganz besondere Einblicke auf Hamburg vom Boot aus erfahren werden.

Hamburger Rathaus

Hamburger Rathaus ©TK

Das andere Hamburg prägende Gewässer (sieht man einmal vom Hamburger Bier ab) ist die Elbe, der wirtschaftliche Lebensstrom der etwa 100 km landeinwärts gelegenen Seehafenstadt. Dem Hafengefühl am nächsten kommt man in einer bei den St. Pauli-Landungsbrücken ablegenden Hafenrundfahrt-Motorschuten. Begleitet von der sachkundigen und meist sehr launigen Führung des Schutenkapitäns wird das verwinkelte Hafengebiet mit seinen Werften, Container- und Stückgutterminals, Spezialhäfen und der pittoresken Speicherstadt erkundet. Die Ende des 19. Jahrhunderts als Teil des Freihafens erbaute Speicherstadt ist immer noch ein bedeutender Lager- und Umschlagplatz für hochwertige Waren wie Kaffe und Teppiche. Daneben ist der Komplex aber auch zunehmend zum Ziel von Touristenströmen geworden. Das „Miniatur Wunderland“ mit seinen auf tausenden von Quadratmetern in einem alten Speichergebäude liebevoll im Maßstab von 1:87 inszenierten Modell-Welten zieht Einheimische und Auswärtige an. Aber auch Deutsches Zollmuseum, Afghanisches Museum, Internationales Maritimes Museum, Gewürzmuseum oder die Gruselspaß-Einrichtung „Hamburg Dungeon“ sind einen Besuch wert.

Containerhafen Hamburg

Containerhafen Hamburg ©TK

Containerschiff Hamburg

Containerschiff Hamburg ©TK

Hafenrundfahrt Hamburg

Hafenrundfahrt Hamburg ©TK

Kreuzfahrtschiff Hamburg

Kreuzfahrtschiff Hamburg ©TK

Landungsbrücken Hamburg

Landungsbrücken Hamburg ©TK

Möwe in Hamburg

Möwe in Hamburg ©TK

Die New York Express in Hamburg

Die New York Express in Hamburg ©TK

In Speicherstadtnähe ist in den letzten Jahren mit der Hafencity ein neuer hypermoderner Stadtteil entstanden, dessen noch im Bau befindliches architektonisches Wahrzeichen, die Elbphilharmonie, für politischen Zündstoff sorgt. Noch ist nicht klar, ob die Elbphilharmonie Norddeutschlands markantester Konzersaal oder teuerste Bauruine werden wird. Ein Foto ist der Bau aber allemal wert.

Am nördlichen Elbufer, das durch den begehbaren alten St. Pauli-Elbtunnel (1911) mit den südlichen, immer etwas stiefmütterlich behandelten Hamburger Stadtteilen wie Wilhelmsburg oder Veddel verbunden ist, grüßt das optische Wahrzeichen der Stadt: Der „Michel“. Die evangelische Michaelis-Kirche mit ihrem charakteristischen Runddachturm gehört zu den fünf Hauptkirchen der Stadt. Ein Aufstieg (keine Angst: Es gibt auch einen Aufzug) zur 106 m hohen Turmplattform garantiert einen der spektakulärsten Panorama-Blicke über Hamburg.

Wenige Kilometer östlich vom Michel blickt das mit 34 m weltgrößte Bismarck-Denkmal auf die Elbe. Im Rücken des Reichskanzlers beginnt die berühmt-berüchtigte Reeperbahn mit ihrer Davidwache, den vielen Unterhaltungseinrichtungen und der für Besucherinnen zur Tabuzone erklärten Schmuddelmeile Herbertstraße. Aber auch erstklassige Musicals und Comedy werden in den Theatern des Rotlichtviertel geboten. Nicht nur auf St. Pauli kann der vergnügungsbereite Abend- und Nachtbummler in Hamburg Spaß haben. Insbesondere das zum Hauptbahnhofsgebiet gehörende St. Georg mit seiner teilweise betont gay-liberalen Ausrichtung, das Sternschanzenviertel mit einigen Überbleibseln anarchistischer Lebens- und Politik-Kultur und das quirlige Ottensen („Mottenburg“) lösen mit ihren angesagten Clubs, guten aus- und inländischen Restaurants und den vielen skurrilen Kneipen das Versprechen auf Abwechslung und Spaß ein.

Oper in Hamburg

Oper in Hamburg ©TK

Wer es unterhaltungstechnisch gediegener mag, wird mit Sicherheit im reichhaltigen Programm der renommierten Bühnen Hamburgs wie Deutsches Schauspielhaus, Staatsoper, Kammerspiele, Konzerthalle oder Ernst-Deutsch-Theater das Richtige finden. Freunde bodenständiger plattdeutscher Volkskultur sind im Ohnsorg-Theater an der richtigen Adresse.
Bildungsbürgerliche Ansprüche werden auch in den zahlreichen staatlichen Hamburger Museen befriedigt. Dabei ragen das Museum für Hamburgische Geschichte, die Kunsthalle und das Völkerkundemuseum mit ihren betont unverstaubten Ausstellungskonzepten besonders heraus.

Am Sonntag kann der mehr oder weniger ausgeschlafene Hamburg-Wochenendler ab 5:00 Uhr morgens auf dem Altonaer Fischmarkt lauten Aal-Verkäufern zusehen, weiter feiern oder auch einkaufen. Für familientaugliche Ausflüge bieten sich die großen Hamburger Parks, wie die Wallanlagen mit ihrer riesigen Eislaufbahn und dem ehemaligen Gartenausstellungsgelände „Planten un Blomen“ oder der 150 ha große Stadtpark im Stadtteil Winterhude, mit zahllosen Freizeitangeboten an. Dreimal im Jahr feiern die Hamburger jeweils einen Monat lang mit ihrem „Hamburger Dom“ Norddeutschlands größtes Volksfest. Veranstaltungsort ist das Heiligengeistfeld, auf dem der monströse Flak-Bunkerturm aus dem Zweiten Weltkrieg schon lange für friedliche Zwecke genutzt wird.

Stadtrundfahrt Hamburg

Stadtrundfahrt Hamburg ©TK

Zu Besinnlichkeit kann ein Spaziergang über den Ohlsdorfer Friedhof, mit 3,9 qkm Fläche der weltgrößte Parkfriedhof, führen. Auf dem riesigen Friedhofsgelände mit seinen vielen friedhofskulturellen Sonderheiten gibt es mehr als 20 Bushaltestellen. Genauso grün, aber weit weniger ruhig, geht es auf dem 25 ha großen Gelände des Tierparks Hagenbeck in Hamburg-Lokstedt zu. Der traditionsreiche Zoo zeichnet sich durch seine zahlreichen naturnahen Freigehege aus.

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