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Borgo San Lorenzo

Etwa 30 Kilometer nördlich von Florenz, befindet sich am Nordufer der Sieve die malerische Kleinstadt Borgo San Lorenzo. Die Sieve durchfließt hier das Mugello-Tal, welches sich zu Füßen der südlichen Hänge der Apenninen mitten durch die toskanische Landschaft zieht. Bis ins 16. Jahrhundert dominierte die kleine Stadt mit einer bewegten Geschichte diese Gegend, bis sie dann von dem übermächtigen Florenz abgelöst wurde. Doch Borgo San Lorenzo hat sich viel von seiner Vergangenheit bewahrt, so dass ein Besuch der rund 17.000 Einwohner zählenden Kleinstadt interessant und lohnenswert ist.

Umsäumt von sanften Hügeln und den hohen Zypressen der Toskana, erweckt zumindest der Stadtkern von Borgo San Lorenzo den Eindruck, als sei hier die Zeit des Mittelalters zum Greifen nahe. Beim Bummel durch verwinkelte, enge Gassen, die von den Fassaden der für diese Gegend typischen Häuser eingerahmt werden, gelangt der Besucher an die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit den beiden noch sehr gut erhaltenen Stadttoren Porta Florentina und Porta dell´Orologio. Sie sind die zwei, der von den im 14. Jahrhundert angelegten fünf Stadttore, übrig gebliebene Exemplare.

San Lorenzo

San Lorenzo ©iStockphoto/saiko3p

Noch weiter zurück reicht die Entstehungsgeschichte der romanischen Pfarrkirche Pieve di San Lorenzo, die bereits im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Etwa 250 Jahre später erhielt sie dann ihren Glockenturm, der durch seinen sechseckigen Grundriss besonders beeindruckt. Ob die Madonna mit Kind im Inneren der Kirche tatsächlich von Giotto geschaffen wurde, ist allerdings nicht belegt. Ein Kloster aus dem 16. Jahrhundert befindet sich in sehenswertem Zustand unmittelbar neben der Kirche.

Wie manch anderes Gebäude von Borgo San Lorenzo auch, wurde der Pretorio Palast bei dem schweren Erdbeben im Jahr 1919 stark beschädigt. Nach der erfolgten Rekonstruktion zeigt sich vor allem seine Fassade wieder in voller Pracht. Ein weiteres sehenswertes Bauwerk ist das Oratorium Kruzifix der Wunder, mit seinem Fußboden aus Carrara-Marmor.

Eine ganz andere Funktion kommt dem Museum zu, das auf die großen Traditionen der Stadt in der Glas- und Keramikherstellung hinweist. Eingerichtet in der beeindruckenden Villa Pecori Giraldi, ist es vor allem dem künstlerischen Schaffen der weltberühmten Manufaktur Chini gewidmet. Deren Jugendstil-Arbeiten aus Glas, Keramik und Steingut bilden den Schwerpunkt der beeindruckenden Ausstellung.

Wer das Städtchen Borgo San Lorenzo besucht, der sollte auch die Gelegenheit nutzen, in einem seiner schicken Restaurants die Gaumenfreuden der toskanischen Küche zu genießen. Begleitet von einem guten Tropfen einheimischen Weins, kann ein Braten vom Wildschwein oder Reh, verfeinert mit vorzüglichen Oliven, den Aufenthalt in dieser charmante, typisch toskanischen Kleinstadt wunderbar abrunden.

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