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Calci

Die 6.000 Seelen Gemeinde 14 Kilometer östlich von Pisa liegt in einem kleinen Tal, am Fuß der Hügelkette des Monte Pisano. Calci kann auf eine lange Geschichte blicken, denn schon in der Römerzeit war die Region besiedelt. So kommt auch der Name von einem lateinischen Wort: calx, was soviel wie Kalkstein bedeutet und einen Hinweis auf die zahlreichen Steinbrüche in der Umgebung gibt. Calci ist ein Zusammenschluss von mehreren kleinen Dörfern, von denen sich die ersten schon früh gebildet haben und vom Olivenanbau sowie dem Holzhandel gelebt haben. Auch heute ist der Anbau von Oliven in dieser Region eine wichtiger Wirtschaftsfaktor. Außerdem ist Calci ein beliebter Wohnort außerhalb von Pisa geworden, der nicht von Touristenströmen überlaufen ist.

Die Sehenswürdigkeiten von Calci gehen auf das Mittelalter zurück. Zu dieser Zeit gehörte das Gebiet dem Bischof von Pisa, der mehrere Klöster gründete. Sehenswert ist die romanische Pfarrkirche Pieve dei Santi Giovanni e Ermolao, die im 11. Jahrhundert erbaut wurde. Interessant ist das Taufbecken aus Marmor, das ein Jahrhundert später hinzu gefügt wurde. Das Glockenturm, die für italienische Kirchen berühmte Campanile, die meist nicht an das Gebäude der Kirche angebaut wird, sondern etwas abseits steht, wurde bei Pieve dei Santi Giovanni e Ermolao nie vollendet.

Am Rande der Gemeinde, in Tre Colli, befindet sich die Wallfahrtskapelle Santuario della Madonna delle Grazie. Bis zum 13. Jahrhundert trug sie den Namen San Bartolomeo und wurde vermutlich bereits im 11. Jahrhundert erbaut, auch wenn die heutige Fassade dies nicht mehr vermuten lässt. Die heutigen Formen beruhen auf einer zeitgenössischen Rekunstruktion. Die Campanile dagegen hat auch heute noch die antiken Formen des alten Dorfes. Darin befindet sich eine alte Glocke von Nicolò Bondi aus dem Jahr 1392. Im Inneren befindet sich ein wertvollen Kruzifix aus Holz aus dem 14. Jahrhundert sowie weitere Holzskulpturen des 16. Jahrhunderts.

Calci

Calci ©iStockphoto/Juniorjnr1

Calci besitzt darüber hinaus zwei Museen. Zum einen das naturgeschichtliche Museo di Storia Naturale e del Territorio, das eine große geologische, botanische und zoologische Sammlung zeigt. Es ist in einem Teil der Certosa di Calci oder di Pisa, also der Kartause von Calci oder Pisa untergebracht. Das Kloster ist aus dem 14. Jahrhundert und zählt zu einer der größten Klosteranlagen der Toskana. Seit einem Umbau im 18. Jahrhundert zieren barocke Fresken das Innere des Klosters. Das zweite Museum ist das Innere der Kartause selbst, die heute nicht mehr von Mönchen genutzt wird und deshalb besichtigt werden kann.

Wer nach Calci fährt, taucht in die frühe Zeit der toskanischen Geschichte ein. Doch wer in Italien auch den Badeurlaub und das Meer nicht missen möchte, hat es nicht weit. Denn die kleine Stadt Calci ist nur etwa 25 Kilometer von dem berühmten Badeort Marina di Pisa entfernt.

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