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Chiusi

Chiusi ist eine kleine italienische Stadt im Südosten der Toskana und hat ungefähr 9.000 Einwohner. Die Stadt, umgeben von Pinienwäldern, ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle, die sich für Archäologie und die Geschichte der Etrusker interessieren. Die Etrusker waren ein nicht italienisches, vermutlich orientalisches eingewandertes Volk, das im 3. Jahrhundert v. Chr. unter römische Herrschaft geriet. Chiusi war schon im 7. Jahrhundert vor Christus eine Handelsstadt. Der lateinische Name war „Clusium“. Die Etrusker übten einen großen kulturellen Einfluss auf Rom aus. Viele Funde aus dieser Zeit finden sich im „Museo Nazionale Etrusco“ in Chiusi. Etruskische Kunst ist in erster Linie Totenkult. Es wurden Grabkammern mit Wandgemälden, Sarkophage und Reste von Tempelbauten gefunden.

Sehenswürdigkeiten von Chiusi

Chiusi ist in Italien und der ganzen Welt ein bedeutender archäologischer Ort geworden. Die ersten Ausgrabungen starteten im 18. Jahrhundert und dauern bis heute an. Viele, zum Teil gut erhaltene Funde aus der Etruskerzeit wurden an andere Museen weiter gegeben. In dem Museum von Chiusi sind Abbildungen etruskischer Wandmalereien zu sehen. Aschenurnen, Leuchten und Vasen sind typisch für den etruskischen Totenkult. Das Museum präsentiert verzierte Gefäße und Urnen, sowie Terrakotafiguren. Die Etrusker formten ihre Plastiken in Ton, Stein oder Bronze. Die Hügelgräber der Etrusker befinden sich im Umland von Chiusi und dürfen besichtigt werden.

Chiusi

Chiusi ©iStockphoto/silviacrisman

Das „Labyrinth von Porsenna“ ist ein verzweigtes Netz von Tunneln unterhalb der Stadt. Ursprünglich wurde angenommen, die Grabstätte des etruskischen Stadtkönigs von Clusium (heute Chiusi genannt) – Porsenna – sei in diesen Gängen untergebracht. Tatsächlich handelte es sich bei diesem Labyrinth von verschieden großen Stollen auf mehreren Ebenen um ein Aquädukt der Etrusker. In den Gängen wurde das Regenwasser durch den Felsen gefiltert, in einem Becken gesammelt und mit mehreren Brunnen wieder nach oben gefördert. Die Zisternen entstanden bereits im 6. Jh. v. Chr.

Wer sich für Malerei interessiert, kann im „Duomo di San Secundario“ Gemälde von Bernadino Fugai bewundern.

Nicht weit von der Zisterne ist der „Verteidigungsturm“ von Chiusi, der seit dem Ende des 16. Jahrhunderts als Glockenturm dient. Von dem Turm aus ist die Sicht auf Chiusi besonders malerisch. Man sieht die Altstadt mit ihren roten Dächern, die Festung aus dem Mittelalter und die Türme „Beccati questo“ und „ Beccati quello“.

Ciusi und Chiusi della Verna

Chiusi hat eine Fläche von 58 km² und drei Ortsteile mit drei verschiedenen Postleitzahlen: Chiusi città, Chiusi stazione und Montallese. Chiusi gehört zur Provinz Siena.

Im Nordosten der Toskana liegt Chiusi della Verna in der Provinz Arezzo. Diese kleine Gemeinde ist nicht so dicht besiedelt wie Chiusi. Vor Chiusi della Verna liegt das Franziskanerkloster „La Verna“ zum Gedenken an Franz von Assisi, der als reicher Kaufmannssohn den Weg der Armut wählte und unterhalb des Klosters die Wundmale Christi empfing. Chiusi della Verna ist ein schönes Urlaubsziel zum Wandern.

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