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Collodi

Das kleine Bergdorf Collodi in der Toscana ist eine Ortsteil von Pescia, das rund 17.000 Einwohner hat. Es befindet sich zwischen den Städten Lucca und Pistoia. Weltberühmt wurde das Dorf durch Carlo Lorenzini, dem Autor von Pinocchio. Er machte den Ortsnamen zu seinem Pseudonym, da Collodi der Geburtsort seiner Mutter war und er selbst einen Großteil seiner Kindheit dort verbrachte. Er nannte sich also fortan Carlo Collodi.

So ist heute das wohl beliebteste Ziel der Besucher von Collodi der Pinocchio-Park oder Parco di Pinocchio. Dieser ist aber kein gewöhnlicher Vergnügungspark, sondern stellt ein beeindruckendes Gesamtwerk des großen Künstlers dar. Grünflächen, Treppen, Wasserfontänen und außergewöhnliche Statuen vereinen sich zu einem bezaubernden Ganzen. Die Besucher finden sich in einem wahrhaften Ort der Fantasie wieder, mit dunklen Grotten, Gewächshäusern, Pfauen, Bambuswäldern und Wasserspielen.

Am Wegesrand kann man weitere kleine Pfade betreten, um in die zauberhafte Welt der Düfte, des Spiels von Licht und Schatten der Vegetation, der Geheimnisse der Labyrinthe sowie der Faszination der Skulpturen einzutauchen. Typische Szenen von Pinocchio wurden im Park dargestellt. So findet man dort den Wal, der Pinocchio verschluckt, in einem kleinen Teich als Metallskulptur wieder. Genauso trifft man auf den grüßenden Pinocchio, die Fee mit den blauen Haaren, die ihn immer wieder retten muss, sowie auf Kater und Fuchs, die dem kleinen Pinocchio das Leben schwer machen.

Ebenso befindet sich das Museum mit Bibliothek Laboratorio delle Parole e delle Figure was soviel wie „Labor der Wörter und Figuren“ heißt innerhalb des Parks. Dort gibt es eine Dauerausstellung der Werke und des Lebens von Carlo Collodi. Es werden alle Etappen seines Lebens dargestellt. Darüber hinaus steht natürlich Pinocchio und dessen Erfolg in aller Welt im Mittelpunkt. Der Park und das Museum sind im Sommer jeden Tag von 8:30 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Eine Reservierung ist nicht nötig.

Doch das kleine Dort hat noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten. Auch das Schloss Collodi, das im 12. Jahrhundert erbaut wurde und in Wirklichkeit eine Burg mit Festungsanlage ist, zieht Besucher magisch an. Das Schloss befindet sich auf dem Hügel Colle di Odo, da sich das Dorf von dort aus am besten verteidigen konnte. Da das Burggelände genau zwischen den Provinzen Lucca und Florenz liegt, wurde es häufig Angriffsziel der beiden zerstrittenen Parteien. Erst im 15. Jahrhundert hatte man sich über den Verbleib von Collodi geeinigt. Seitdem ist der Ort ein Teil der Provinz Lucca.

Collodi

Collodi ©iStockphoto/pmmart

Die antike Stadtanlage ist auch heute noch gut erhalten und lädt zu einer Erkundung ein. Die Anlage, an deren Fuß sich die prachtvolle Villa Garzoni aus der Rokokozeit mit einem weitläufigen Garten befindet, sowie die Burg am Hügel sind bequem zu Fuß zu erreichen. Der Giardino Garzoni ist einer der wenigen barocken Gärten in Europa, der noch seine ursprünglichen Formen und Strukturen bewahren konnte. Die steile Lange am Hang des Colle di Odo wurde perfekt genützt, um den Garten mit kleinen Wege, Treppen, Wasserspielen, Statuen und weiteren Skulpturen sowie kleinen Höhlen zu einem außergewöhnlichen Ganzen zusammenzusetzten. Ein Besuch des Garten ist ein absolutes Muss für alle Besucher.

Am höchsten Punkt von Collodi befindet sich die Kapelle San Bartolomeo aus dem 13. Jahrhundert. Dort werden viele interessante Kunstschätze ausgestellt wie zum Beispiel eine Wandtafel aus dem 16. Jahrhundert, die die „Die Jungfrau auf dem Thron“ darstellt. Kunstexperten haben sie der Schule von Raffael zugeordnet. Weitere Höhepunkte sind Holzskulpturen, die italienische Heilige darstellen, aus dem 15. Jahrhundert.

Collodi ist ein ganz besonderes Reiseziel, das Kulturinteressierten sowie Pinocchioliebhabern ein unvergesslichen Aufenthalt bietet.

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