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Cortona

Für die meisten Italienurlauber besteht die Toskana aus Florenz, Siena oder Pisa. Aber es sind die unscheinbaren Schönheiten, die die Toskana so reizvoll machen. Cortona unweit von Arezzo ist eine von ihnen.

Geschichtliches

Cortona wurde wahrscheinlich im 8. Jahrhundert vor Christus von den Etruskern gegründet und stieg zu einer der bedeutensten Städte dieser Zeit auf. 310 vor Christus eroberten die Römer große Teile der Toskana, unter anderem auch Cortona. Aber auch unter römischer Herrschaft war Cortona eine blühende Stadt. Im 5. Jahrhundert nach Christus wurden die Goten die Herren von Cortona, aber erst mit dem Verkauf der Stadt an die Herzöge der Toskana wurde Cortona ein Teil der heutigen Provinz. Seit 1325 ist Cortona Bischofssitz.

Historische Bauten

Cortona hat eine Vielzahl von historischen Gebäuden aus verschiedenen Epochen. Gebaut auf einem Vorgebirge des Monte Egidio ist Cortona von einer wuchtigen Stadtmauer umgeben, die zum Teil noch aus römischer Zeit stammt. Wer durch eines der alten Stadttore, Porta Montanina, Porta Berarda oder die Porta Mifora kommt und immer geradeaus geht, kommt in den historischen Kern der Altstadt. Unterhalb der Stadtmauer wurden Gräber aus Etruskischer Zeit gefunden.

Viele Gebäude sind noch aus dem Mittelalter oder aus der Renaissance. Dazu gehören vorallem die prachtvollen Kirchen im romanisch-gotischen Stil wie San Agstino und San Francesco, die erste Kirche die die Franziskaner außerhalb von Assisi errichteten. Die bedeutenste Kirche von Cortona ist aber die zwischen 1484 und 1515 erbaute Kirche der Madonna del Calanaio.

Der Name geht auf ein angeblich wundertätiges Marienbild zurück, das sich ursprünglich in einer Kalkgrube, einer Calanaio, befand. Heute ist das Bild Teil des Tabernakels im Hochaltar. Von außen eher unscheinbar, ist die Kirche innen sehr schön restauriert. Vorallem die Giebelfenster und die klare, geometrische Architektur der Renaissance mit ihren weiß getünchten Wänden ist sehenswert. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Etruskische Museum im Palazzo Casali. Dort werden Pergamente und Handschriften aus dem 7. und 8. Jahrhundert vor Christus aufbewahrt. Der größte Sohn der Stadt ist Luca Signorelli, der 1441 in Cortona geboren wurde. Signorelli war einer der bekanntesten Maler der Renaissance. Seine Bilder hängen unter anderem in der Kirche Madonna del Calanaio.

Cortona

Cortona ©iStockphoto/sumak77

Cortona heute

Cortona ist eine typisch toskanische Kleinstadt mit rund 22.000 Einwohnern. Die Lage der Stadt ist allerdings fanatastisch. Hoch auf einem Felsen ist der Blick auf die umliegende Landschaft mit ihren Weinbergen und Olivenhainen wunderschön. Wer eine ruhigen Urlaub ohne Menschenmassen und Bettburgen bevorzugt, der ist in Cortona genau richtig. In der malerischen Innenstadt, mit den vielen kleinen verwinkelten Gassen, gibt es eine ausgezeichnete Auswahl an Geschäften und Restaurants. Viele Trattorien bieten bieten die toskanische Küche an. Zum Beispiel Crostini Neri, eine warme Pastete mit Geflügelleber oder den deftigen Eintopf Ribollita, aus Bohnen, Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und viel Knoblauch. Fast überall bekommt man hausgemachte Pasta in den verschiedensten Geschmacksvariationen. Eine Sünde wert sind auch die Süßwaren und Kuchen, die in kleinen Cafes in der Altstadt verkauft werden. Zu einem guten Essen gehört natürlich auch ein guter Wein. Zu den bekannesten Weine gehören der Brunello und der Chianti. Der „normale“ Chianti gehört zum Alltagsleben einfach dazu und wird in vielen Restaurants als Hauswein ausgeschenkt. Aber es lohnt sich, einmal einen Chianti Riserva aus dem Anbaugebiet um Cortona zu probieren. Cortona ist eine kleine, beschauliche Stadt abseits der berühmten toskanischen Städte. Wer die ursprüngliche Toskana erleben möchte, der ist in Cortona, mit seinen fröhlichen und herzlichen Einwohnern und den pittoresken Häusern gut aufgehoben.

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