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Die Abenteuer in der Toskana

Meine Freundin und ich hatten schon mehrere Urlaube in der Toskana verbracht, als wir uns entschlossen in unserem nächsten die Stadt Siena genauer zu untersuchen. Wir hatten schon gehört, dass das Parken in und um Siena sehr teuer ist und so sind wir von Deutschland, genauer Frankfurt am Main, nach Rom geflogen und haben den Überlandbus genommen, welcher direkt in die Innenstadt Sienas fährt. So sparten wir uns eine Menge Geld und eine Menge Stress, da ja das Autofahren in Italien an sich schon recht gewöhnungsbedürftig ist.

Wie in jeder unserer bereisten Städte suchten wir uns auch in Siena erst einmal die größte Kirche aus. Kaum hatten wir unser Hotel, das Hotel Minerva, unweit des Bahnhofs und der Innenstadt bezogen, machten wir uns auf die Suche nach dem Schwarz-Weißen Dom von Siena. Es dauerte nicht lange, dank meines Stadtplanes, und wir standen vor diesem beeindruckenden Bau. Weißer und schwarzer Marmor, abwechselnd verarbeitet, gibt dem Dom seine interessante Farbgebung. Die Fassade hat mich fast erschlagen, von solch beeindruckender Schönheit ist sie. Nicht umsonst heißt es, dieser Dom sei das bedeutenste Beispiel gotischer Architektur in ganz Italien. Noch überwältigter war ich erstens, von den Deckenfresken, die vornehmlich in der Farbe Blau gehalten sind und zweitens, von den kunstvoll geschaffenen Mosaikböden. Unglaublich muss die Anzahl der einzelnen Steinchen sein, mit deren Hilfe diese Kunstwerke einst geschaffen wurden. Auch das Dommuseum haben wir uns nicht entgehen lassen und waren sehr angetan von der Madonna des bekannten Meisters Duccio und dem grandiosen Domfenster.

Siena ist bekannt für seine Pferderennen im Sommer. Wild galoppierende Rösser und Reiter, inmitten der Stadt. Stadtteil gegen Stadtteil reitet um den Sieg. Leider waren wir etwas zu früh um sie miterleben zu können. Der Ort, der Platz, die Piazza del Campo, ist aber auch ohne Pferderennen einen Besuch wert. Hier am Platz steht auch das beeindruckende Rathaus von Siena. Wir haben es uns nicht nehmen lassen den begehbaren Turm zu besteigen und die herrliche, atemberaubende Aussicht von dort oben auf die altehrwürdige Stadt Siena zu genießen. Überall in der Stadt drang mir ein angenehmer süßlicher Duft in die Nase. Schnell hatte ich herausgefunden was es damit denn auf sich hatte. Eine Spezialität der Stadt Siena. Das „Starke Brot“, das in früheren Zeiten nur in der Weihnachtszeit gefertigt wurde, kann der Besucher heutzutage das ganze Jahr über kaufen und genießen. Ein Gebäck aus Nüssen, Mandeln, getrockneten Früchten und verschiedenen Gewürzen, das auf der Zunge zergeht, den Gaumen verwöhnt und jede Diät zum Teufel jagt und absolut überflüssig macht. Ich konnte nicht aufhören zu essen.
Siena ist eine kleine Stadt, wie man sich eben eine kleine Stadt in der Toskana vorstellt. Sie konnte sich ihr mittelalterliches Erscheinungsbild dank ihrer Geschichte all die Jahrhunderte hindurch bewahren. Verwinkelte Strasse und Gassen, alte und uralte Häuser, Paläste aus längst vergangenen Tagen und Kirchen von beeindruckender Eleganz und Schönheit. Die letzte Beschreibung passt auch perfekt auf die weiblichen Einwohner. Das durfte ich aber während unseres Aufenthaltes nicht laut sagen. Siena lässt sich hervorragend als Ausgangspunkt in die Umgebung nutzen.

Toskana

Toskana ©iStockphoto/manu10319

So liegen die Orte Grosetto, Pisa und der See Lago Trasimeno nicht weit entfernt und laden zum Besuch ein. Wir haben auf dieser Toskanareise 1 Woche in dem Hotel Minerva verbracht. Wir hatten kein Auto und keinen Leihwagen, da wir uns von Anfang an dazu entschlossen hatte, diesen Urlaub nur in Siena und seiner direkten Umgebung zu verbringen. Möchte man einmal weiter weg fahren, stehen in der Stadt, eher noch am Stadtrand einige gute Autovermietungen zur Verfügung. Wie erwähnt, ist das Autofahren nicht ganz so einfach wie in Deutschland. Der unerfahrene Fahrer sollte sich genauestens mit den hier vorherrschenden Gepflogenheiten vertraut machen, ehe er sich ins Chaos stürzt und dieses durch seine Unwissenheit noch verschlimmert.

Die Küche in dieser Gegend ist gut und günstig. Man sollte ruhig in der Zeit seines Aufenthaltes die Speisekarten einmal von oben nach unten durchprobieren. Es ist ziemlich alles zu empfehlen. Einheimische kenne sich in ihrer Stadt immer besser aus, als der noch so gut geschriebene Touristenführer. Wenn möglich sollte man Kontakt mit ihnen aufnehmen. Es gibt in Siena viele kleine, romantische Ecken mit Bistros und Cafes, die ein „normaler“ Tourist sicher nie finden würde. Dem Neuling, der noch nie in der Toskana seinen Urlaub verbracht hat, sei empfohlen eine Rundreise zu buchen. Hier erfährt man alles über die unterschiedlichen Landstriche und Sehenswürdigkeiten. Hat man sich dann in einen bestimmten Landstrich, eine bestimmte Gegend oder eine bestimmte Stadt verliebt, sollte man diese dann bei der folgenden Reise gezielt ansteuern und entdecken. Die Toskana ist so vielseitig, hier findet jeder sein persönliches Paradies. Wir werden sicherlich nicht das letzte mal in Siena, beziehungsweise in der Toskana unseren Urlaub verbracht haben. Der Frühling und der Herbst werden auch als besonders reizvoll beschrieben. Die guten Toskanischen Weine werden wohl unser Highlight bei unserem nächsten Besuch sein. Diese genießt man selbstverständlich im bunten Herbst.

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