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Grosseto

Grosseto befindet sich in der italienischen Toskana und ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt zählt rund 77000 Einwohner und erstreckt sich mit ihren Ortsteilen Alberese, Batignano, Braccagni, Istia d’Ombrone, Marina di Grosseto, Montepescali, Principina a Mare und Roselle über eine Fläche von rund 474 Quadratkilometern.

Grosseto, das Zentrum von Maremma, liegt in einer Ebene, die durch Trockenlegung der Sümpfe ihre Bewohnbarkeit erreichte. Diese Ebene begrenzen westlich das Thyrrenische Meer, nördlich die bodenschatzreichen Colline Metallifere, östlich das Monte-Amiata-Massiv und südlich das Mündungsgebiet des Ombroneflusses. Die landschaftlich schönste Anreise nach Grosseto verspricht die Fahrt über die neue Via Aurelia bis zur Ausfahrt Braccagni-Montepescali Scalo und von da weiter Richtung Sassofortino. Diese Reiseroute bietet herrliche Ausblicke auf die Küstenregion.

An dem heutigen Standort Grossetos befand sich einst die kleine Kirche Chiesa di San Giorgio, die zusammen mit ihrem Landbesitz in das Eigentum des Feudalherren Lamberto di Ildebrando Aldobrandeschi überging. An der alten Römerstraße Via Aurelia befanden sich außerdem ein Kastell und eine Poststation. Die städtische Entwicklung nahm mit der Verlegung des Bischofssitzes nach Grosseto durch Papst Innozenz II. ihren Beginn. In dieser Zeit wurde der Name Grossetum erstmals schriftlich erwähnt. Im Jahr 1336 fiel Grosseto unter die Herrschaft Sienas, gegen die mehrmals Aufstände erfolgten (1430, 1527, 1528). 1555 kam Grosseto an Florenz und gehörte ab 1569 zu dem entstandenen kaiserlichen Großherzogtum Toskana. Diese Zeit war zum Großteil vom Niedergang der Stadt geprägt. Die vernachlässigten antiken Bewässerungsanlagen wurden durch zunehmenden Verfall ihrer Funktion beraubt. Folge war die fortschreitende Versumpfung der Maremma. Gefördert durch heiß-feuchtes Klima hielt die Malaria Einzug, was einen gravierenden Bevölkerungsschwund nach sich zog. Mit der Trockenlegung der Sümpfe und dem Bau eines neuen Kanalsystems erfuhr die Stadt im 19. Jahrhundert einen Aufschwung. Der Malariaerreger konnte jedoch erst in den 1950er Jahren endgültig ausgerottet werden.

Gegenwärtig bildet der Tourismus, vorherrschend der Ortsteile in Küstenlage, die Wirtschaftsgrundlage der Stadt. Das Übernachtungsangebot ist mit Hotels, Ferienhäusern, Ferienwohnungen, Campingplätzen und Privatzimmern sehr vielseitig. Die Landwirtschaft hat ihren traditionellen Anspruch gewahrt. Davon zeugen neben Olivenhainen, Zitrusfrucht- und Weinanbau auch Volksfeste wie die Hirtenzeremonie im Mai und der Maigesang.

Grosseto

Grosseto ©iStockphoto/Dermot68

Grosseto birgt zahlreiche Relikte seiner Vergangenheit. Ein Bummel durch die Stadt lässt deren Geschichte verspüren. Das historische Stadtzentrum umgibt die im 16. Jahrhundert errichtete hexagonale Stadtmauer mit ihrem begehbaren Mauerring. An der Piazza Dante erheben sich der neogotische Palast der Provinzialregierung und der in italienischer Gotik errichtete Dom San Lorenzo. Eindrucksvolle Freskenreste aus dem 14. Jahrhundert sind in der ein Jahrhundert früher errichteten Franziskanerkirche erhalten. Außerdem befindet sich in der Stadt eine 1311 durch die Senesen errichtete Zitadelle. Fundstücke aus etruskischer Zeit und sinesische Kunst beherbergt das Museo Archeologico e d’Arte della Maremma. Ein Bummel in den zahlreichen engen Straßen und Gassen bietet dem Stadtbesucher das historische Flair der Stadt. Die Ortsteile Grossetos versprechen auch ihre Highlights. Restaurants laden zu echt toskanischem Essen ein. In Montepescali, auch Balkon von Maremma genannt, bieten sich herrliche Ausblicke über die weite Ebene und die Küste. Saubere Strände, klares Wasser und maritimes Flair kennzeichnet den Ortsteil Marina di Grosseto. Principina a Mare erwartet mit Pinienwäldern und einem herrlichen Küstenabschnitt seine Gäste. Ein faszinierender, naturbelassener Sandstrand findet sich in Alberese am Rande des Maremma Nationalparks. Toskanisches Flair versprechen auch Batignano, Istia d’Ombrone und Braccagni, wo z.B. idyllische Landschaften mit Weinreben und Olivenhainen zu Spaziergängen locken. In Roselle befinden sich Relikte alter Etruskerhäuser und eines römischen Amphietheaters.

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