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Livorno

Livorno ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt am Ligurischen Meer. Das enorme Aufkommen an Gütern, die hier umgeschlagen werden, und der große Anteil an Tourismus machen aus der Industriestadt einer der wichtigsten Häfen Italiens. Das ganze Jahr herrscht ein mildes Klima in der weiten Ebene von Livorno und zieht besonders im Sommer viele Badegäste entlang der Küste an.

Als eine der jüngsten Städte Italiens wurde Livorno auf Geheiß der Medici erst im XVI. Jahrhundert erbaut. Die seit Jahrhunderten hier stehenden Hütten wurden von dem Architekten Bernardo Buontalenti in eine befestigte Stadt umgebaut, mit imposanten Bastionen und tiefen Festungsgräben. Bevölkert wurde die Stadt durch ein Dekret, das Religions- und Straffreiheit garantierte und somit neue Einwohner aus allen Teilen Italiens anzog. Als steuerfreier Hafen wurde die Stadt zu einer der wichtigsten der Region. Unter französischer, spanischer und englischer Herrschaft litt die Stadt wie das gesamte Land, doch mit der Rückkehr der Lorena an die Macht wurden viele noch heute sichtbare elegante Paläste gebaut, das Acquedukt ‚di Colognole‘ wurde endlich fertiggestellt und die alten Befestigungsmauern der Medici fielen. Mit der Einigung Italiens verlor die Stadt jedoch sein Privileg des Freihafens und so auch seinen Reichtum. Die Gründung einer eigenen Reederei und der ‚Academia Navale‘ geben jedoch neuen Aufschwung in das Zeitalter der Industrie. Im zweiten Weltkrieg wurden die historischen Zentren und der Hafen zerstört und der Wiederaufbau zu dem heutigen Stadtbild dauerte Jahrzehnte.

Touristisch wurde die Stadt schon Anfang des letzten Jahrhunderts entdeckt, als mehrere kleine Themalbäder und Badeorte um die Stadt entstanden und internationale Urlauber anzog. Heute ist die Stadt wegen seiner Sehenswürdigkeiten, der Vielfalt der kulturellen Angebote, des angenehmen Klimas und der umliegenden Küstenlandschaft mit mondänen Badeorten noch genauso beliebt bei Einheimischen wie bei internationalen Urlaubern.

Livorno

Livorno ©iStockphoto/Luciano Mortula

Die alten Grundmauern aus der Zeit des Architekten Buontalenti im perfekten Pentagon sind auch heute noch zu besichtigen. Es gibt wunderbare Theater und wichtige Bibliotheken, einst größtenteils durch die livorner Druckereien bestückt. Beeindruckend ist der ‚Palazzo delle Colonne di Marmo‘ im Viertel ‚Nuova Venezia‘ mit 2 Marmorsäulen beidseitig des Portals und einem darüber liegenden Balkon.

Das neoklassistische Wasserreservoir ‚Cisternone‘ ist heute noch in Funktion genauso wie das Acquedukt ‚Leopoldino‘, das ganze 18 Kilometer durch die Livorner Berge in die Stadt führt. Die Stadt weist verschiedenste Friedhöfe entsprechend der unterschiedlichen Religionen auf und im Pantheon ‚Famedio‘ haben sich illustre Persönlichkeiten zur ewigen Ruhe betten lassen. Die Kirchen der unterschiedlichsten Religionen, ob protestantisch, orthodox oder hebräisch, sind Zeugen der ‚Multikultistadt‘ von einst, die verschiedenste Kulturformen friedlich miteinander vereinte. Die Synagoge wurde nach dem zweiten Weltkrieg komplett neu aufgebaut und die holländisch- alemannische Kirche im neugotischen Stil weist eine wunderschöne Fassade mit 3 Rosetten und Spitzfenstern auf. Wunderbare Fresken kann man in der Kirche der ‚Santa Caterina‘ besichtigen. In der Nähe der Burg steht das schöne Monument des Ferdinand I., der umringt wird von 4 Piraten in Ketten. Die vielen Villen und Parks laden zu Spaziergängen ein und die etwas außerhalb liegenden Burgen und Schlösser erzählen von vergangenen glorreichen Zeiten. Der ‚Mercato delle Vettovaglie‘ war einst einer der größten überdachte Märkte Europas.

Kulinarisch ist Livorno von der Nähe zum Meer geprägt und das Cacciucco eines der typischsten Gerichte. Er besteht ursprünglich aus 13 verschiedenen Fischarten, Muscheln und anderen Meerestieren, in Tomatensauce gekocht und auf einer Scheibe Brot serviert. Die toskanische und livorner Küche ist weltberühmt.

Livorno ist immer eine Reise wert!

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