Skip to main content

Mit dem Rucksack durch die Toskana

Wir waren insgesamt 4 Leute, 2 Paare, und hatten uns nach langen Diskussionen über das Ziel unseres Wanderurlaubs dazu entschlossen die italienische Landschaft der Toskana zu erwandern. Daraufhin hin wurden Karten studiert, Geschichte und Geschichten gelesen und Zugverbindungen ausfindig gemacht, die zu unseren Zielen und Wünschen passten. Mitte Juni ging es dann endlich los.

Vom Bahnhof Frankfurt am Main ging es über München in Richtung Italien. Unser Zielbahnhof in der Toskana war Siena. Nach einigen interessanten Umsteigaktionen hatten wir unser Etappenziel erreicht und fielen an diesem ersten Abend in Italien in die Betten unserer vorab gebuchten Zimmer in einer art Jugendherberge. Viel und tief habe ich persönlich nicht geschlafen. Ich war viel zu aufgeregt. Die ersten 2 Tage wollten wir in Siena verbringen. Wir besuchten unter anderem den Dom und den berühmten Platz inmitten der Stadt, an welchem die alljährlich die Pferderennen ausgetragen werde, die Piazza del Campo.

Toskana

Toskana ©iStockphoto/sborisov

Unser nächstes Hauptziel sollte die bekannte Stadt Florenz sein. Mit dem Auto etwa in 1,5 Stunden zu erreichen, würden wir sicherlich 3 bis 4 Tage benötigen. Wir nahmen gut ausgeschilderte Wanderwege, welche uns von Bekannten in Deutschland empfohlen wurden und marschierten durch wunderschöne Landschaften. Unterwegs übernachteten wir auf Bauernhöfen bei San Leonino, Madonna di Pietracupa und Impruneta. Es ist einfach, mit Hilfe ein paar Brocken Italienisch aus seinem Touristenführer, den Bauer zu fragen, ob es denn möglich wäre auf einer seiner Wiesen das kleine Zelt aufzuschlagen. Die Menschen waren so gastfreundlich, dass wir in zwei Höfen ein Zimmer zugewiesen bekamen und den folgenden Tag mit einem ausgiebigen Frühstück beginnen konnten, welches uns die netten Leute auftischten. Wir durften erst gehen, als der Tisch leer gegessen war und die Reste als Reiseproviant in unseren Rucksäcken verstaut wurden.

Das Laufen und Wandern hatten wir uns erheblich leichter und einfacher vorgestellt. Nach einigen Kilometern hatten wir uns aber daran gewöhnt und konnten die wunderschöne Gegend genießen. Die beiden weiblichen Wanderer unserer Gruppe, meine Freundin und die Freundin meines Freundes, hatten sich die Stadt Florenz als Ziel ausgewählt. Man hört ja viel von dieser Stadt und kann auch einiges nachlesen, in der Realität ist der erste Eindruck etwas ernüchternd. Als wir die Vororte hinter uns gelassen hatten, änderte sich das Bild erheblich und die atemberaubende Schönheit der Altstadt und ihrer altehrwürdigen historischen Gebäude überwältigte uns.

Auch hier in Florenz gibt es eine dieser Jugendherbergen und wir bezogen als erstes unsere Zimmer. Mich persönlich hat der Neptunbrunnen beeindruckt, den wir gleich bei unserem ersten Ausflug in der Stadt entdeckten. In unserem Reiseführer wurde ein Museum besonders herausgehoben. Das Museum Bargello. Hier entdeckten wir, dass Michelangelo tatsächlich ein gigantischer Künstler war. Seine Werke, welche in diesem Museum unter anderem ausgestellt sind, ließen mich schon in Ehrfurcht erstarren. Begeistert war ich außerdem von der guten Pizza, die wir in der Via di San Giuseppe Ecke Borgo Allegri gegessen hatten. Die Pizza in Italien schmeckt deutlich besser als jede in Deutschland gekaufte Supermarktpizza. Übrigens geht es mir mit dem Wein auch so.

Natürlich ließen wir auch den herrlichen Dom der Stadt Florenz auf unserer Besichtigung nicht aus. An unserem zweiten Abend in der Stadt wollten wir auch das Nachtleben testen. Die Diskothek Scratch Sas in der Viale Guidoni Allesandro war unser erster Anlaufpunkt. Hier war es sehr, sehr voll und ein befragter Taxifahrer brachte uns in die Disco DJ-Mix in der Via il Prato. Hier war es nicht ganz so überfüllt und wir verbrachten einen netten Abend bei Tanz, Musik und guter Unterhaltung. Auch hier in der Stadt, sind die Menschen, gerade die Jugendlichen, sehr aufgeschlossen und einer Bekanntschaft immer wieder aufgeschlossen. Teilweise halten wir auch heute noch Briefkontakt zu netten Menschen, welche wir auf dieser Reise kennen lernen durften.

Das nächste Etappenziel und gleichzeitig der Endpunkt unserer Reise, sollte am Meer liegen. Wir nahmen den Bus und gelangten nach einigen Stunden in den Ort Livorno an der Mittelmeerküste. Von hier ging es zu Fuß weiter, bis wir in dem kleinen Hafenstädtchen Marina di Pisa ankamen. In diesem Ort hat der Stiefvater unseres männlichen Begleiters ein kleines Haus am Meer. Als ich das kleine Haus das erste Mal zu Gesicht bekam, wurde mir schnell klar, er hatte etwas untertrieben. Eine art Villa erwartete uns. Ein eigenes kleines Hafenbecken lag direkt vor der großen Terrasse und lockte mit seinem kühlenden Inhalt. Wir mussten nicht an einen öffentlichen Strand um im Meer schwimmen zu können. Wir traten aus dem Haus und sprangen ins Wasser.

So war dieses Haus ein wunderschönes Endziel unseres Abenteuers Toskana. Wir pflegten unsere geschundenen Füße und verlebten noch ein paar nette Tage in Marina di Pisa. Den Schiefen Turm ließen wir uns natürlich nicht entgehen, bevor wir uns in Pisa in einen Zug setzten und viele Stunden später in Frankfurt wieder heimatlichen Boden betraten. Solch eine Reise muss vorbereitet sein. Auf gut Glück würde ich sicherlich nicht mehr losziehen und auf die Gastfreundschaft der Bauern angewiesen sein. Insgesamt war es eine abenteuerliche Urlaubsreise, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Top Artikel in Toskana