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San Quirico dOrcia

San Quirico ist ein charmantes ummauertes Städtchen am nördlichen Rand des Val d’Orcia der südlichen Toskana und wird oft zu Unrecht von den Besuchern und Touristen übersehen, die es eher nach Pienza, Montalcino oder Montepulciano zieht. Die unverwechselbare Landschaft des Val d’Orcia, (flache Ebenen und mit Kreide durchsetzt, von fast kegelförmigen Hügel gekrönt) lohnt auch einen längeren Besuch der befestigten Siedlung, die von Siena inspiriert viele Künstler angezogen hat, die die Schönheit der Renaissance-Landschaft, in denen die Bewohner das Leben in Harmonie mit der Natur gestalteten, auszudrückten. Heute ist das Val d’Orcia und die angrenzende Landschaft außerordentlich attraktiv.

San Quirico d’Orcia ist etruskischen Ursprungs, und Urnen und sonstige Bestattungsreste sowie Schiffsteile finden Sie im etruskischen archäologischen Museum in Siena. Die erste ausdrückliche Bezugnahme auf San Quirico findet man in der Zeit um 712, als zwischen den Diözesen von Siena und Arezzo um den Besitz einiger Gemeinden gestritten wurde, darunter San Quirico. Das Ergebnis dieses Streits war eine Entscheidung zugunsten der Kirche von Arezzo. Der Name „Osenna“ für den Ort wurde bis in das 17. Jahrhundert verwandt, ist aber schon lange verschwunden. Es handelt sich um einen etruskischen Ortsname und Orcia (als Bezeichnung für Wasser, Strom oder Bach) ist Bestandteil des Namens. Seit Beginn der 11. Jahrhunderts wird der Ort vor allem im Zusammenhang mit den Reisemöglichkeiten entlang der Via Francigena wichtig insb. für die Pilger auf dem Weg nach Rom. 1154 kam Barbarossa nach Italien, um sich die kaiserliche Krone zu holen. Während seines Weges nach Rom lagerte er in San Quirico.

Mit dem Fall der Republik Siena viel San Quirico in die Hände des Marchese von Marignano kam dann aber nach einiger Zeit unter die Herrschaft von Cosimo de ‚Medici. Die heutige Haupt-Kirche des Ortes wurde auf dem Gelände der alten Pfarrkirche errichtet. Diese Kirche ist ein prächtiges Beispiel der romanischen Kunst. Einen außerordentlichen Reichtum an symbolischen religiösen Themen kann man auf der Innenseite der großen Runde bewundern. Das erste „portale di Mezzogiorno“ (die südliche Tür), ist offensichtlich noch im romanischen Stil, obwohl sie auch einen Hauch von der Gotik, zurückzuführen auf Giovanni Pisano, versprüht.

San Quirico dOrcia

San Quirico dOrcia ©iStockphoto/precinbe

Der Glockenturm wurde am Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und ersetzt dem alten gewölbten Glockenturm. Im Inneren der Kirche befindet sich eine dreieckige interessante Balkendecke. Der barocke Chor wurde im Jahre 1655 anstelle der ursprünglichen Apsis im Rokoko-Stil errichtet. Hinter dem Altar findet man eine prächtige Intarsie, die von Siena Antonio Barili, datiert aus der Zeit zwischen 1482 und 1502, stammt. Die Orgel aus dem 17. Jahrhundert verfügt nach der Restaurierung über ein schönes Timbre, das durch die perfekte Akustik der Kirche unterstütz wird. In einem Flügel des Querschiffes gibt es ein wunderbares Polyptychon von „Sano di Pietro“. Dieses wurde ausdrücklich für die Pfarrei von San Quirico gemalt, wie sich an dem roten und goldenen Wappen der Stadt und der Anwesenheit des Schutzheiligen zeigt.

Ein großer Teil der antiken Stadtmauer kann man noch mit der beindruckenden Zahl von14 kleinen Türmen besichtigen. Die Horti Leonini wurden durch Diomede Leoni 1580 errichtet und sind ein herrliches Beispiel für den italienischen Garten. In der Mitte des unteren Platzes gibt es eine Statue von Cosimo III de ‚Medici.

Neben der Collegiata und gegenüber dem Palazzo Pretorio findet man den Palazzo Chigi. Dieser Palast wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Kardinal Flavio Chigi errichtet und ist nun im Besitz der Gemeinde. Leider ist aufgrund von Fahrlässigkeit und Schäden während des Zweiten Weltkriegs der Palast bleibt stark eingeschränkt in seinen Möglichkeiten. Man kann aber die reich mit Fresken ausgestatteten Zimmer besichtigen.

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