Skip to main content

Siena

Am berühmtesten wurde Siena wohl durch ein Pferderennen: den Palio di Siena. Alljährlich wird dieses Spektakel in der Altstadt von Siena, genauer gesagt auf der Piazza de Campo, veranstaltet. Dabei treten Reiter aus den verschiedenen Stadtteilen gegeneinander an. Rasant geht es zu, wenn die Reiter durch den Rundkurs preschen, Stürze sind dabei nicht auszuschließen, aber letztlich steht doch die Zusammenarbeit mit de Pferd im Vordergrund. Am Ende werden Sieg Reiter und -pferd gefeiert wie Helden.

In der Stadt Siena leben etwa 55 000 Menschen. Besonders reich ist Siena an kulturellen Schätzen, was der Stadt auch die Aufnahme in die Liste der Weltkulturerbe (1995) einbrachte.

Die Gebäude Sienas verbreiten noch heute ein mittelalterliches Stadtbild, das auf die Blütezeit der Stadt hinweist. Schon zur Zeit der Etrusker war die Gegend um Siena besiedelt, gegründet wurde „Saena Iulia“ von den Römern. Im späten Mittelalter wurde auch Siena in den in Norditalien stattfindenden Kampf zwischen Guelfen und Ghibllinen auf der Seite der Letzteren hinein gezogen. Trotzdem erlebte Siena in dieser Zeit seinen großen Aufstieg, wurde zu einer wichtigen Handelsstadt Sowohl die Medici als auch Kaiser Karl V versuchten Macht über die Stadt zu erlangen, die dadurch auch in verschiedene Abhängigkeiten geriet. Schließlich wurde sie Teil des Großherzogtums Toskana.

Die kulturellen Leistungen der Sienesen brauchen sich nicht vor den bekannteren Städten Florenz oder Pisa verstecken. Aus ihrem Baustil ließ Siena seinen im Mittelalter neu erlangten Reichtum sprechen. Heute ist die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt der Dom von Siena. Der Bau wurde im 13 Jahrhundert begonnen, aber Geldprobleme verzögerten immer wieder die Fertigstellung, die letztendlich nie gelingen sollte. Trotzdem ist das Gebäude aus schwarzem und weißem Marmor eine der prächtigsten Kirchen Norditaliens. Die Kuppel ist noch im romanischen Stil erbaut, ansonsten ist der Dom von Siena eines der großartigsten Beispiele gotischer Architektur in Europa.

Siena

Siena ©iStockphoto/nmartucci

Gegenüber des Doms befindet sich das Pilgerhospiz von Siena, das „Ospedale Santa Maria della Scala“. Zahlreiche Kapellen und das höhlenartige Untergeschoss begeistern auch heute noch. Dass Siena schon immer eine religiöse Stadt war, zeigen die vielen Kirchen der Stadt ebenso wie die Tatsache, dass eine der berühmtesten Heiligen Italiens aus Siena stammte. Die Schutzpatronin Italiens wurde sowohl als Gelehrte geschätzt als auch als äußerst mutige Frau, die gegen das Kirchenschisma des Mittelalters kämpfte. Im Dommuseum befindet sich Duccios berühmte Madonna, eines der großen Gemälde der gotischen Epoche. Außerdem befinden sich im „Museo dell´Opera del Duomo“ noch weitere Kunstwerke wie prächtig verzierte Kirchenfenster.

Auch wenn der Palio di Siena nicht gerade stattfindet ist die Piazza del Campo auf jeden Fall den Besuch wert. Eigentümlich wirkt dieser Mittelpunkt von Siena, der im 14. Jahrhundert angelegt wurde. Der relativ kleine Marktplatz ist von recht hohen Gebäuden umgeben, was ihn wie ein abgegrenzter Bereich wirken lässt. Der Schein trügt nicht, in der Antike befand sich an Ort und Stelle ein Theater. Im Mittelalter wurde der Platz auch mit rotem Backstein und Streifen aus hellem Travertin gepflastert, was ihm sein spezielles Aussehen verleiht.
Direkt an der Piazza del Campo befindet sich der Palazzo Publico, das im Mittelalter entstandene Rathaus der Stadt. Dort regierte einst die sogenannte „Podesta“ der Stadt und auch Siena ließ es sich nicht nehmen berühmte Künstler für die Gestaltung ihrer Gebäude zu engagieren. So entstand die Darstellung der „Guten und schlechten Regierung“ des Frührenaissance-Malers Ambrogio Lorenzetti.

Begeistert wird ein Besucher der Stadt auch sein von dem „Torre del Mangia“, dem zum Palazzo Publico gehörenden 102 Meter hohen Turm. Er ist für Besucher zugänglich und keiner sollte es sich nehmen lassen, von diesem Aussichtspunkt aus den Blick über die Stadt zu genießen.

Top Artikel in Toskana