Skip to main content

Val d`Orci – das schönste Tal der Toskana

Ich bin seit langer Zeit ein großer Bewunderer des italienischen Weins aus der Toskana, genauer aus der Region Val d`Orcia. Wer die Toskana als Landschaft mag, der wird dieses Tal lieben. Einer der berühmtesten Weine kommt aus diesem Gebiet, der Brunello di Montalcino. Der kleine Ort Montalcino war auch in diesem Toskanaurlaub unser Anlaufpunkt und wurde innerhalb der dort verbrachten 10 Tage zu einer zweiten Heimat.

In einer romantischen, gerade erst wieder restaurierten Villa aus dem 19. Jahrhundert, im Hotel Relais Tenunta Friggiali, hatten wir unser Zimmer gebucht. Die Beschreibung des Hotels im Reiseführer hat uns schon sehr begeistert. Als wir aber nun das erste Mal das Haus live betrachten konnten, verschlug es uns die Sprache. Ich habe persönlich schon in so manchem Hotel und in so einigen Pensionen meine Urlaube verbracht. Das was ich hier nun sehen und erleben durfte, stellt alles in den Schatten. In jedem Raum erblickt man sofort die Liebe zum Detail.

Das Haus liegt etwas außerhalb des Ortes umrahmt von Weinbergen. Man hat vermutlich von hier aus einen der schönsten Blicke in dieser Gegend.
Kaum hatten wir die ersten Touren durch das Umland gemacht, verstanden wir warum die UNESCO dieses Fleckchen Erde zum Weltkulturerbe gemacht hat. Schon die bekanntesten Künstler in der Renaissance hatten sich diese Landschaft für ihre heute noch beeindruckenden Kunstwerke ausgesucht. Hier ist die Toskana wie man sich die Toskana vorstellt. Sanft ansteigende Hügel, Mohnwiesen im warmen Sonnenlicht. Zypressen und hohe Sträucher am Rande der Wege und kleine, sich an die Hänge schmiegende Häuser. Imposante Villen auf den Hügeln, Weinberge mit den saftigsten Trauben, die man sich nur vorstellen kann.

Durchzogen wird die Gegend durch den schön anzusehenden Fluss Orcia, der auch dem Landstrich seinen Namen gegeben hat.
Der nahe gelegene Ort Montalcino ist ein typisches Weindorf. Fast jeder der 5000 Einwohner beschäftigt sich in irgendeiner art und weise mit dem Produkt Wein oder seiner Herstellung. Berühmt ist Montalcino durch seinen Wein, der mindestens 7 Jahre gelagert haben muss, davon 2 Jahre in Eichenfässern, bevor er schließlich verkauft werden darf. Montalcino ist seit der Antike bekannt und wichtig, da sie an der alten Frankenstrasse, der Via Francigena liegt, die die nördlichen Länder und Städte mit Rom verband. Teilweise kann man diese alte Strasse noch deutlich erkennen.

Zu den Sehenswürdigkeiten in der kleinen Stadt gehört die Festung, die Fortezza. Sie wurde wohl als Schutz der Frankenstrasse erbaut und kann heute noch besichtigt werden. Ein gut erhaltener Festungsturm ermöglicht einen wunderschönen Blick in die Täler rund um Montalcino. Nicht mehr ganz erhalten umgibt eine alte Stadtmauer den Ort. Die Abtei Sant`Antimo, eine der beeindruckendsten und bedeutendsten Klosteranlagen Italiens befindet sich in Montalcino. Im 8. Jahrhundert haben Benediktiner das Kloster hier gegründet. Angeblich auf Wunsch Karl des Großen, da er die Pest überstanden hatte.

Toskana

Toskana ©iStockphoto/robertiez

Betritt man die Klosteranlage und die Kirche, fühlt man sich zurückversetzt in die Zeit um 1118. In diesem Jahr wurde mit dem Bau der heute noch zu sehenden Gebäude begonnen. Kommt man zu einer bestimmten Tageszeit in die Kirche und besucht den Chorraum, kann man ein Schauspiel beobachten, das den Atem stocken lässt. Wie in einem Spielfilm fällt leuchtend Strahlend die Sonne durch die hohen Fenster und lässt den ganzen Raum in einem goldenen Licht erstrahlen. Gut erhaltene Fresken zeigen verschiedene Heilige. Besonders angetan war ich von der kleinen Krypta, welche über eine interessante Treppe zu erreichen ist.

Von außen kann man die Karolingische Kapelle besonders gut sehen. Sie ist noch ein Überbleibsel aus der Gründerzeit des Klosters. Seit dem 8. Jahrhundert steht sie an ihrem Platz. Da wir uns beide für sakrale Kunst interessieren, blieb ein Besuch in der Nachbargemeinde Buonconvento nicht aus. Hier befindet sich ein gutes Museum, welches sich genau mit diesem Thema beschäftigt.

Die Stadt allgemein ist sehr sehenswert. Ihre aus dem 14. Jahrhundert stammende Altstadt ist noch sehr gut erhalten und wartet mit so mancher skurriler Überraschung auf. Man sollte nur die Augen offen halten und den Blick auch einmal nach oben wenden. Eine sehr sehenswerte Abtei liegt nicht weit außerhalb des Ortes. Die Abtei Monte Oliveto Maggiore. Die Anlage stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert und kann besichtigt werden.
Die Lage des Klosters, am Rande eines kleinen Berges, verschafft dem Besucher einen imposanten Blick in das Tal, in die weite Landschaft der Toskana. Wer das Kloster besucht, sollte sich die weltberühmten Fresken des Sodoma, die sich im Kloster befinden, nicht entgehen lassen. Die Farbenpracht und die Genauigkeit faszinieren jeden Betrachter.

Die letzten beiden Tage unserer Toskanareise verbrachten wir in der Stadt Siena, die ebenfalls mit vielen unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Nach diesem wunderschönen Aufenthalt in der romantischen Landschaft der Toskana, fällt es immer wieder aufs Neue schwer Abschied zu nehmen, um die Heimreise in den Alltag anzutreten. Einzig die Gewissheit eines schönen Tages wiederzukommen, tröstet ein wenig. Für uns hat es sich wieder einmal mehr als bestätigt, die Toskana ist ein unvergleichlich schönes Reiseziel und sollte von allen einmal besucht werden, es lohnt sich in jedem Falle und zu jeder Jahreszeit.

Top Artikel in Toskana