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Viareggio

Geschichte und Umgebung

Der Badeort Viareggio im Norden der Toskana liegt am Golf von Genua und wird von den Ausläufern der nördlichen Apenninen gesäumt. Die 64.000 Einwohner zählende Stadt ist jeden Sommer Ziel von Besuchern aus aller Welt. Aber auch die Italiener selbst verbringen mit Vorliebe ihren Bade- oder Segelurlaub in Viareggio. Pisa und Florenz liegen in 30 bzw. 80 Kilometer Entfernung in südlicher Richtung. Viareggio hat seine städtischen Wurzeln in einer militärischen Kastellanlage, welche im 12. Jahrhundert den Städten Lucca und Genua zur Verteidigung gegen Pisa diente. Das Castrum de Via Regia wurde so nach der damaligen Königsstraße Friedrich Barbarossas benannt. Im 16. Jahrhundert wurde das Kastell um weitere Befestigungsanlagen erweitert. Es folgten die ersten Kirchen und privaten Ansiedlungen. Im 18. Jahrhundert erhielt Viareggio das Stadtrecht. Die umliegenden Sümpfe wurden trockengelegt und zum Schutz gegen die starken Mittelmeerwinde wurden Pinien angepflanzt, die noch das Stadtbild des heutigen Viareggio domieren.

Stadtimpressionen

Auffallend an der Strandpromenade sind die pittoresk exotisch anmutenden Bauten, die an eine Mischung aus der Bäderarchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts und dem farbig verzierten Stil ostasiatischer Pagoden erinnern. Dies ist kein Zufall denn der Architekt, der nach einem Brand, dem 1917 nahezu alle Gebäude der Promenade zum Opfer fielen, mit der Planung der Neubauten bauftragt worden war, war lange Zeit für den thailändischen König tätig gewesen. Heute bietet die kilometerlange bunte Kulisse mit zahlreichen Restaurants, Cafés, Souvenierläden, Bars und Nachtclubs ein lebhaftes Ambiente für einen abwechslungsreichen Urlaub in Viareggio.

Der Yachthafen – einer der größten im Mittelmeer – wird geprägt von einer schier unübersehbaren Zahl an Motor- und Segelyachten, die hier ihren festen Liegeplatz haben. Sowohl gut betuchte Italiener als auch Hobbysegler gehen hier ihrem Lieblingssport nach und wer hier im Sommer für ein paar Wochen vor Anker gehen will, sollte sich rechtzeitig einen der begehrten Plätze reservieren.

Viareggio

Viareggio ©iStockphoto/BaroneFi

Sehenswürdigkeiten

Obwohl Viareggio gemessen an den vielen mittelalterlichen Städten der Toskana relativ jung ist, bietet die Stadt seinen Besuchern ein vielfältiges Angebot an Kultur und Sehenswürdigkeiten. Das Teatro Politeama gehört dazu. 1869 wurde es unter dem Namen Alhambra gegründet und bietet heute knapp 900 Zuschauern Platz. Schauspielaufführungen und Musiktheater finden hier ebenso statt wie Vorführungen aktueller Kinofilme.

Regentage in einem Badeort eignen sich besonders gut für Museumsbesuche. Die Villa Paolina beinhaltet gleich drei verschiedene Sammlungen. Das Museo Archeologico stellt archäologische Funde aus, in der Pinacoteca „Lorenzo Viani“ kommen Liebhaber zeitgenössicher Kunst auf ihre Kosten und das Museo degli strumenti musicali präsentiert alte Musikinstrumente. Kein Geringerer als Puccini stand Pate für die Villa Museo Puccini, dem ehemaligen Wohnhaus des weltberühmten Komponisten, welches heute Museum und Gedenkstätte ist.

Ein Flair von Rio de Janeiro und New Orleans verbreitet der seit 1873 stattfindende Straßenkarneval, der jährlich an fünf Wochenenden von Ende Januar bis Anfang März bis zu 800.000 Besucher anzieht und mit prächtig geschmückten Wagen, farbenfrohen Kostümen und schnellen Rhythmen die ganze Stadt verzaubert. Das größte Karnevalspektakel Italiens ist eines der meist besuchten Attraktionen Viareggios, die man auf keinen Fall versäumt haben sollte.

So bunt und fröhlich wie sein Karneval, so ist auch Viareggio – stets gut gelaunt empfängt die lebhafte Stadt am Mittelmeer ihre Gäste, die hier sowohl Erholung, Unterhaltung als auch kulturelle Highlights finden!

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