Skip to main content

Volterra

Geschichte und Umgebung

Etwa 40 Kilometer vom Mittelmeer entfernt thront der malerische Ort Volterra im Dreieck Florenz-Siena-Pisa mit seinen 12.000 Einwohnern über der spektakulären hügeligen Landschaft der Toskana. Von den Etruskern im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet, erfuhr die Stadt eine wechselvolle Geschichte. Von den Römern nach langen Belagerungsversuchen 80 v. Chr. eingenommen war Volterra später im Mittelalter eigenständige Republik und fiel im 14. Jahrhundert an die Stadt Florenz. Der historische Kern des Städtchens liegt wie eine Festung auf einem über 500 Meter hohen Bergkamm. Von hier aus hat der Besucher einen sensationellen Rundblick über die dramatisch anmutende Kulisse der Toskana. Die reizvolle Umgebung lebt von ihren Gegensätzen: die zerklüfteten, beinahe abweisenden Bergschluchten wechseln sich mit den gefälligen sanften Hügeln ab, die sich im satten Grün präsentieren.

Stadtimpressionen

Das äußere Stadtbild wird von einer imposanten Burg in der Via del Castello geprägt – der Festung Volterra, die von der Familie Medici erbaut wurde. Die Burganlage dient heute als Staatsgefängnis und kann daher lediglich von außen betrachtet werden. Betritt man Volterra durch eines der historischen Stadttore, scheinen sich alle typischen Eigenschaften der Toskana auf einmal zu vereinen: der Duft der Kräuter vermischt sich in den Abendstunden mit den würzigen Aromen der italienischen Küche, die dann aus allen Restaurants strömen. Volterra ist für den Pecorino und sein hochwertiges Olivenöl bekannt. Die kleinen Gassen und malerischen Plätze werden von den charakteristischen mittelalterlichen Bauten aus Naturstein gesäumt. Überall begegnet man dem neu erblühten Kunsthandwerk – der Alabasterverarbeitung. Sowohl in kleinen Ateliers als auch in industrieller Produktion widmen sich die Einwohner Volterras der alten Kunst. Ein Besuch in einer Werkstatt lohnt sich auf jeden Fall und ein handgefertigtes Souvenier aus dem edlen Material Alabaster ist eine wertvolle Erinnerung an einen unvergesslichen Aufenthalt.

Sehenswürdigkeiten

Aus römischer Zeit stammt das Teatro Romano, welches während der Regentschaft Kaiser Augustus erbaut wurde. Das Theater außerhalb der Stadt hatte seinerzeit Platz für 2000 Zuschauer und bietet von hier aus einen wunderbaren Ausblick auf die weite Landschaft. Die unterhalb des Theaters befindlichen Thermenanlagen sind ebenfalls teilweise noch gut erhalten und geben einen Einblick auf die damalige römische Badekultur.

Volterra

Volterra ©iStockphoto/clodio

Der Palazzo dei Priori, der innerhalb der mächtigen Festungsmauern in der Innenstadt liegt, ist der älteste erhaltene Kommunalpalast der Toskana. Die Porta all’Arco als Bestandteil der Stadtmauer zeigt als einzigartiges Zeugnis etruskischer Baukunst im äußeren Bogen drei Köpfe, deren Bedeutung bis heute im Dunkeln liegen.

Als einer der sehenswerten Bauten aus dem Mittelalter ist der Dom Santa Maria Assunta aus dem 12. Jahrhundert zu erwähnen, der mit reichen Granit-Verzierungen, der aufwändig geschmückten Kassettendecke und den wertvollen Ausstellungsstücken die Besucher in seinen Bann zieht. Typisch für den Stadtkern sind die Wohntürme aus dem 12. und 13. Jahrhundert, die von dem einstigen Reichtum Volterras als bedeutendes Handelszentrum zeugen. Der prächtige Palazzo Incontri-Viti aus der gleichen Epoche gehört zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten der Toskana.

Nicht versäumen sollte man einen Besuch im archäologischen Museo Guarnacci im Palazzo Desideri Tangassi. Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke ist die berühmte „L’Ombra delle Sera“. Die Skulptur repräsentiert die virtuose Bildhauerkunst der Etrusker und ist eines der Wahrzeichen Volterras. Die Sammlung des Museums zeigt zudem römische Mosaike sowie etruskische Münzsammlungen und mit Edelsteinen reich verzierte Schmuckstücke, die eindrucksvoll den damaligen Lebensstil reicher Römer und Etrusker bezeugen.

Volterra ist nach wie vor Geheimtipp für den Toskana-Urlauber, der das Besondere schätzt.

Top Artikel in Toskana