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Lanzarote

Diese Insel von vulkanischem Ursprung überzeugt durch ihre eigenwillige Schönheit. Viele haben bei dem Gedanken an Lanzarote die Farbe „Schwarz“ im Sinn. Doch wer einmal dort war und etwas die Insel erkundet, wird feststellen, dass selbst die Vulkane sich in seltsamen Rot- und Grüntönen zeigen. Hier hat jeder die Möglichkeit, sich ein Bild von der Erdentstehung zu machen. Die scheinbar unendlichen Lavafelder, mit ihren bizarren Formen, geben dem Betrachter das Gefühl, die Lava sei noch in Bewegung.

Lanzarote besitzt keine Wälder und nur wenige Quellen. Es gibt auch kein Grundwasser, durch das man die Wasserversorgung gewährleisten könnte. Trotzdem wird hier Landwirt-schaft und Weinanbau betrieben. Und trotz des eher seltenen Regens, kann auch die Pflanzenwelt, vorallem im Norden der Insel, in den eher „kühleren“ Monaten überwältigen. Ein Bild, dass einen an die Alpen erinnet. Die bekanntesten Urlaubsorte sind Puerto del Carmen, Playa Blanca, Costa Teguise, Puerto calero und Playa Quemada.

Lanzarote läd nicht nur zu einem angenehmen Badeurlaub ein. Hier sind einige Tips, welche Ausflugsziele man in seinen Urlaub mit einpalnen kann, um die Insel und ihre Bewohner besser kennen zu lernen.

Auf Lanzarote wird man hier vergebens nach riesigen Massenhotels suchen. Das verdanken die Einheimischen einen Künster namens César Manrique, der dafür sorgte, dass ein Gesetz erlassen wurde, dass solche Bauten verbot. Es gibt nur ein Gebäude auf der Insel (in der Hauptstadt Arrecife), welches als „Mahnmal“ erhalten blieb.

Lanzarote

Lanzarote ©TK

Sehenswürdigkeiten Lanzarote

Arrecife

Die Hauptstadt der Insel ist ideal für einen Einkaufsbummel. Neben kleinen Boutiquen findet man hier auch größere Geschäfte. In Cafes und Eisdielen kann man nach seinem „Bummel“ entspannen. Doch nicht nur „Kaufsüchtige“ kommen hier zu ihrem Vergnügen. Das Archäologische Museum im Castillo de San Gabriel überzeugt auch Museumsmuffel mit seinem grandiosen Ausblick auf die Stadt.Auch das Museum für Zeitgenössische Kunst, das im Castillo de San José untergebracht ist, ist einen Besuch wert. Hier kann man Werke von joan Miró, Oscar Domínguez und vielen bekannten Künstlern Spaniens und der Kanaren bewundern.

Costa Teguise

Costa Teguise ist eine kleine Touristenstadt mit einigen Ferienanlagen und Hotels. Der gräuliche Sandstrand von Playa del Jablillo wird von schwarzen Lavafelsen eingerahmt. Der für Surfer am besten geeignete Strand ist der von Playa de las Cucharas. Mehrere Geschäfte und Boutiquen laden auch hier zu einem kleinen Einkaufsbummel ein. In kleinen Cafés trifft man sich anschließend zu einem kleinen Umtrunk. Das sportliche Angebot geht von Windsurfin bis hin zum Tauchen. Darüber hinaus ist in Costa Teguise der einzige Golfplatz der Insel zu finden. Mit seinem gepflegten 18-Loch-Platz, kann er mit internationalen Golfplätzen mithalten.

Fundación César Manrique

Inmitten eines schwarzen Lavafeldes liegt das einstige Wohnhaus des Künstlers. In diesem Haus kann man die Kreativität regelrecht fühlen. Wer das heute öffentlich zugängliche Haus besichtigt, wird aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. César Manrique baute sein Haus nicht nur aus Beton und Stein. Nein er nutze Luftblasen in der Lava, um diese in Wohnräume umzubauen. Ein einfacher Feigenbaum, der noch heute in diesem Haus wächst, brachte den Künster auf die Idee, diese Lavablasen räumlich zu nutzen. „Löcher“ in der Lavadecke dienen nicht nur der Belüftung, sondern auch als natürliche Fenster. In der Innen- ausstattung finden sich einige Werke des Künstlers wieder.

Teguise

Die Altstadt der einstige Hauptstadt der Insel steht heute unter Denkmalschutz. Jeden Sonntag findet hier ein Markt statt, auf dem hauptsächlich Kitsch und Touristensouveniers angeboten werden. Es ist ratsam an einem anderen Tag die Stadt zu besuchen, um ihren eigenen Charme besser kennenzulernen. Allein die Besichtigung der historischen Gebäude, wie die Casa Torres, Casa Cuartel und die Kirchen Santo Domingo, San Miguel und San Francisco erinnern an längst vergangene Zeiten. Auf dem Montana de Guanapay überwacht das Castillo Santa Bárbara die Stadt. Hier sollten früher Feinbeobachtungen die Hauptstadt vor Piraten und anderen Angreifern warnen und ggf. auch Schutz bieten.

Arrietta

Das kleine verschlafene Fischerdorf ist ideal für die, die gerne frischgefangenen Fisch essen möchten. Als beliebtes Fotomotiv dienst das pavillonartige „Blaue Haus“.

Jameos del Agua

Eins der meist besuchten Touristenziele ist die Lavagrotte, die aus einem Vulkanausbruch der Montana Corona entstanden ist. Jameos del Agua ist ein kleiner Teil eines 7 km langen Lava-tunnels, der vom Vulkan bis zum Meer führt. Wieder einmal besticht César Manrique mit seinem Geschmack, den er beim Ausbau der Höhlen und Gärten bewiesen hat. Im Herzen der Lavagrotte befindet sich ein Bar-Restaurant mit Tanzfläche. Wenn man über eine Treppe in die Lavagrotte hinabsteigt, dass das Naturphänomen, winzige „Allbino-Krebse“ betrachten, die sich in dem kleinen Salzsee befinden. Normaler Weise leben diese kleinen Tierchen in den schwarzen Tiefen der Ozeane. Wie genau sie in diesen See kamen, ist bis heute nicht geklärt. In der Casa de los Volcanes (Haus der Vulkane) befinden sich nicht nur eine seismograph-ische Messstation. Hier können Touristen sehr viel über Vulkanologie erfahren. In einem unterirdischen Saal findet man ein Auditorium, wo ca. 500 Personen Platz finden. Es werden Klassische- und Popkonzerte organisiert.

Cueva de los Verdes

Diese Lavatunnel gehören ebenfalls zu dem, der, aus dem auch Jameos del Agua entstanden ist. Hier hat man sich jedoch auf seine urprüngliche Schönheit besonnen sein Aussehen schwerwiegend verändert. Es lohnt sich aber an einer der 40 minütigen Führungen teilzuneh- men. Auch hier gibt es einen Konzertsaal, in dem nur die Bühne gemauert wurde.

Orzola

Hier bekommt man den besten und frischesten Fisch serviert. Das kleine Fischerdorf am nördlichsten Punkt der Insel ist darüberhinaus auch noch der Verbindungspunkt zur Insel La Graciosa. Die kleine Insel beherbert nur ein Hand voll Einwohner. Es gibt nur wenige Ge- schäfte und doch kommen einige Touristen hierher. Man kann faulenzen, schnorchel oder auch mit dem Mountainbike die Insel erkunden.

Mirador del Río

Hier wurde in den 80´er Jahren ein Teil der TV-Serie „Tim Taler“ gedreht. Viele erinnern sich sicherlich an das Heim des Barons, der einem Jungen sein Lachen abkaufte. Das ist Mirador del Río. Hier können Besucher nicht nur weiter Kunstwerke von César Manrique bewundern, sondern auch einen tiefen Blick auf die Insel La Graciosa werfen. 475 m oberhalb des Strandes hat man einen erstklassigen Überblick.

Haría

Diese schmuckhafte kleine Dorf liegt mitten im „Tal der 1000 Palmen“. Der Name des Tals entstammt einer alten Tradition, wonach für jedes neugeborene Kind eine Palme gepflanzt wird. Diese stehen unter einem besonderen Schutz und dürfen nicht gefällt werden, bevor sie nicht tatsächlich absterben. Durch den wachsenden Bedarf an Bauland kommt es leider oft dazu, dass Einheimische oder andere Interessenten versuchen, die Bäume so zu schädigen, dass sie frühzeitig absterben. Um die Schönheit des Dorfes erkunden zu können, sollte man ggf. das Auto am Rande der Stadt abstellen und zu Fuss weitergehen.

La Santa

Hier finden sportbegeisterte den Ort ihrer Träume. Das Sportzentrum ist nicht nur für Urlauber, die sich sportlich im Urlaub betätigen wollten, geeignet. Viele Spitzensportler kehren hier ein. Man kann alle leichtathletischen Disziplinen ausser Hammerwerfen trainie- ren.

Parque National de Timanfaya

Besucher des Nationalparks haben 2 Möglichkeiten, die „Feuerberge“ zu besichtigen. Entweder man setzt sich in einen Bus und läßt sich durch den Park fahren, oder man reitet auf einem Dromedar in einer Karawane. Die beeindruckende Mondlandschaft in ihren zahlreichen Farben ist auf jeden Fall eine Rundfahrt wert. Im Zentrum der aktiven Vulkanlandschaft wird jeder Besucher feststellen, dass hier der Boden viel heisser ist. Um die Hitze der Erde zu demonstrieren, werden in einem ca. 0,5 m tiefen Loch vertrocknete Büsche, verbrannt. Sie entzünden sich nur durch die Hitze.
An anderen Stellen, wurden Metallrohre in die Erde eingelassen. Wenn man hier Wasser hineinschüttet, kommt es nur nach Sekunden zu einem Dampfausstoss. Wer Interesse an einem „natürlich gegarten“ Hähnchen hat, ist hier genau richtig. In dem Restaurant El Diabolo wird das Fleisch über einem scheinbar tiefen Loch auf einem Rost gegrillt – nur durch die Erdwärme. Der Grill hat eine Tiefe von nur 6 Metern und es wurden Grilltemperaturen von 300°C gemessen.

El Golfo

Diese Naturerscheinung ist mit keiner Anderen vergleichbar. Von einem Aussichtspunkt ergibt sich ein wunderschönes Farbenspektakel: Links der tief blaue Atlantik; dann der dunkelgrau-schwarze Sandstrand; und die Lagune El Golfo mit dem intensiv grünen Wasser. Das Ganze wird von wettergegerbten Felswänden eingerahmt.

Playas de Papagayo

Die schönsten Strände von Lanzarote befinden sich im Süden. Die Playas de Papagayo sind natürliche, weisse Sandstrände. Sie sind nur über Schotterpisten mit dem Auto, mit dem Boot, der zu Fuss erreichbar.

César Manrique

Wer von den Kanareninseln spricht und insbesondere von Lanzarote, der wird auch immer von César Manrique sprechen. César Manrique kann man getrost als eines der Allround-Genies des letzten Jahrhunderts bezeichnen, wobei das Schicksal dieses Künstlers, Architekts, Bildhauers und Umweltschützers fast untrennbar mit Lanzarote verbunden ist.

Manrique wurde auf Lanzarote 1919 geboren und verbrachte seine gesamte Kindheit auf der Kanareninsel. Früh kommt er mit der Kunst in Kontakt und malt vor allem selbst. Inspiriert wird Manrique nicht nur in seiner Jugend sondern auch später immer wieder von den Steilküsten und der Landschaft Lanzarotes im Allgemeinen. Immer wieder beschäftigt und fasziniert die Natur Lanzarotes Manrique in seinen Arbeiten. Nach seiner Schulausbildung schlägt er aber erst den Weg des Architekten ein und belegt Seminare an der Universität La Laguna, mit dem Ziel Städtebaumeister zu werden. Gleichzeitig lässt ihn aber die Kunst nicht los: Bereits mit Anfang Zwanzig hat er erste Ausstellungen in Arrecife, Lanzarotes Hauptstadt. Manriques Begabung lässt sic bereits hier deutlich erkennen und kristallisiert sich endgültig bei seinem Besuche der Schule der Schönen Künsten „San Fernando“ in Madrid heraus, wo er zwischen 1945 und 1950 seine Zeichen- und Malkünste verfeinert und schließlich einen Meistertitel erhält. Nach den entscheidenden Ereignissen des Zweiten Weltkrieges ist in den 1950er Jahren in besonderem Maße die Kunst gefragt, doch alte Stile scheinen den meisten Künstlern nicht mehr passend. Dies gilt auch für Manrique, der sich mit verschiedenen anderen Künstlern zusammen tut und letztlich mit diesen zum Vorreiter des Surrealismus wird und das nicht nur in Spanien. Der Surrealismus wird zu einem der beliebtesten Kunststile überhaupt und seine Vertreter zu gefeierten Stars. Diese Tatsache machte auch Manrique über die Grenzen Spaniens hinaus bekannt und berühmt. Auf der ganzen Welt hat Manrique ausgestellt, hervorzuheben sind jedoch seine Ausstellungen in Amerika, die in den 1960er Jahren von führenden Persönlichkeiten wie zum Beispiel Nelson Rockefeller initiiert wurden.

Manrique war jedoch in seinem Herzen immer auf Lanzarote zu Hause und dahin hat es ihn auch immer wieder gezogen. Nach seinen Aufenthalten in den Vereinigten Staaten kehrte es wieder dorthin zurück, denn Lanzarote war für ihn immer auch ein Quell der Inspiration. Um zu gewährleisten, dass Lanzarote immer in dieser Form bestehen bleiben würde, engagiert sich Manrique intensiv für den Schutz der Insel beziehungsweise wollte Manrique die Insel nach seinen Vorstellungen noch verschönern. Durch seine Beziehungen zu den führenden Schichten der Insel sorgte er dafür, dass nur die traditionelle Bauweise auf Lanzarote erlaubt wurde. Die Bettenbunker anderer Urlaubsinseln konnten Lanzarote dadurch erspart bleiben. Der Massentourismus verlief auf Lanzarote auch deswegen in ganz anderer Form, als auf anderen Inseln. Nicht einmal zweistöckige Bauwerke passten in das Bild, das Manrique von „seinem Lanzarote“ hatte und genau aus diesem Grund schätzen heute so viele Urlauber Lanzarote. Diese Insel konnte sich dank Manrique ihre eigene Identität bewahren und hat daher so viel Charme.

Manrique engagierte sich für seine Vorstellungen stark, so dass er zum Beispiel nicht nur Forderungen stellte, sondern immer versuchte die Leute von seinen architektonischen und künstlerischen Ideen zu überzeugen.

1992 starb Manrique bei einem Autounfall auf Lanzarote. Die Bewohner der Insel sind ihm aber bis heute dankbar für seinen Einsatz für die Insel. So wurde Manrique bereits 3 Jahre nach seinem Tod zum „Bevorzugten Sohn“ von Lanzarote erklärt und die Regierung von Lanzarote verpflichtet sich, Manriques Visionen und Ideen fort zuführen, da sie zum Gedeihen der Insel beitragen würden.

Das Gesicht, das Lanzarote also heute trägt, ist maßgeblich durch Manrique beeinflusst, so dass sich jeder Urlauber auf Lanzarote eigentlich klar machen sollten, dass es ohne diesen aktiven Künstler wohl nie das heutige Lanzarote geben würde.

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