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Die Ägäisregion

Die Türkei stellt eines der beliebtesten Urlaubsländer dar. Das ist nicht verwunderlich, denn dieses Land hat außergewöhnlich schöne und lohnenswerte Reiseziele zu bieten. Zu den interessantesten Gegenden gehört die Türkische Ägäis, eine Region, die schon in der Antike berühmt war und auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken kann.

Lage, Klima und beste Reisezeit

Die Türkische Ägäis stellt eine der sieben Regionen der Türkei dar und befindet sich im Westen des Landes. Sie grenzt im Norden an die Marmararegion, im Osten an Zentralanatolien, nach Süden hin an die Mittelmeerregion, wo sich unter anderem die türkische Riviera befindet. Im Westen weist die Türkische Ägäis eine zerklüftete Küstenlinie entlang des Ägäischen Meeres auf, einem Nebenmeer des Mittelmeeres, das sich zwischen der Küste Griechenlands und der Türkei befindet. Die Küste der Türkischen Ägäis ist von unzähligen kleinen Inseln und reizvollen Buchten mit herrlichen Sandstränden gekennzeichnet. Eine imponierende Hintergrundkulisse und einen interessanten Gegensatz zu der malerischen Küstenregion stellen die Gipfel des Taurus dar, die sich teils bewaldet und sanft geschwungen, teils aber auch felsig und schroff unweit der Küste erheben. Die Ägäis ist bekannt für heiße, trockene Sommer und milde Winter. Die ideale Reisezeit für die Türkische Ägäis liegt im Frühjahr und im Herbst, denn zu diesen Zeiten kann man hier sowohl Besichtigungen und Ausflüge unternehmen als auch einen wunderbaren Strandurlaub verbringen. Der Hochsommer in Juli und August dagegen kann unangenehm heiß werden, zudem sind die Badeorte dann meist überlaufen. Die offizielle Reisesaison liegt zwischen April und Oktober, man sollte beachten, dass viele Hotels und Ferieneinrichtungen außerhalb dieser Zeit geschlossen haben.

Anreise und einige wichtige Städte und Badeorte

Die drittgrößte Stadt der Türkei, Izmir, weist rund 2,5 Millionen Einwohner auf und stellt damit gleichzeitig die größte Stadt der türkischen Ägäis dar. Die Metropole ist zwar hauptsächlich als Industrie- und Handelszentrum von Bedeutung und spielt für den Tourismus keine herausragende Rolle, bietet jedoch mit dem viergrößten Flughafen des Landes und der zentralen Lage mitten an der Ägäisküste eine hervorragende Verkehrsanbindung. Wer einen Flug nach Izmir bucht, kann nahezu jeden Ferienort der Ägäisregion schnell und bequem erreichen. Von vielen deutschen Flughäfen werden Direktflüge zu verschiedenen Destinationen in der Türkei angeboten, teilweise schon zu sehr günstigen Preisen. Für den Aufenthalt empfiehlt sich die Anmietung eines Leihwagens, denn der Mietwagen macht den Urlauber flexibel und unabhängig. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, vor Ort Tagestouren zu den beliebtesten Attraktionen zu buchen. Die am meisten frequentierten Urlaubsorte befinden sich im südlichen Teil der Ägäis. Von großer Bedeutung sind Fethiye und Kas in Lykien, wobei Kas vor allem durch seinen 18 Kilometer langen Sandstrand berühmt ist. Auch Maramis und Bodrum sind beliebte Ferienorte. Bodrum, auf der gleichnamigen Halbinsel gelegen, wird auch als „St. Tropez“ der Türkei bezeichnet, ein Hinweis auf das hochkarätige Publikum und das anspruchsvolle Urlaubsangebot. Doch auch im nördlichen Teil der Ägäis findet man lohnende Reiseziele, der Thermalort Cesme ist gut besucht und der Kreuzfahrthafen Kusadasi erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Die Badeorte an der Ägäisküste sind in der Regel nicht im Zuge des aufkommenden Massentourismus errichtete Ferienzentren, wie man sie beispielsweise an der türkischen Riviera vorfindet. Vielmehr handelt es sich um gewachsene Küstenorte, die schon seit jeher auch von der türkischen Bevölkerung für den Sommerurlaub genutzt werden. Daher haben sich diese Ferienorte ihren eigenen Charme bewahrt.

Die Ägäisregion

Die Ägäisregion ©iStockphoto/BVDC

Sportives Angebot

Vor allem für Freunde des Segelsports ist die Türkische Ägäis ein wahres Paradies. Die zerklüftete Küstenlinie und der beständige Wind sorgen dafür, dass es immer Neues zu entdecken gibt. Es besteht die Möglichkeit, sich auf einem der traditionellen Segler, einem Gulet, für einen Segeltörn einzumieten. Gulets sind jene dickbäuchigen, durch die hölzerne Bauweise ausgesprochen gemütlich wirkenden Motorsegler, die heutzutage meist als Passagiersegler eingesetzt werden. Diese Gefährte blicken auf eine lange Tradition zurück, sie wurden seit Jahrtausenden als typische Handelssegler eingesetzt und beförderten bereits in der Antike wichtige Güter entlang der türkischen Küsten. Heutzutage fahren sie meist unter Motor und sind mit moderner Ausrüstung und komfortabler Ausstattung versehen. Eine „Blaue Reise“ mit einem Gulet stellt in jeden Fall ein besonderes Urlaubserlebnis dar, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Es bedeutet einfach einmal die Seele baumeln zu lassen, die wunderbare Landschaft der Küste und die Spezialitäten der landestypischen Küche zu genießen, die an Bord serviert werden. Die „Blaue Reise“ folgt entweder einer festen Route von Küstenort zu Küstenort, oder man schippert einfach ins „Blaue“ hinein, macht dort Halt, wo der beste Fisch gegrillt wird oder das azurblaue Meer zu einem erfrischenden Bad einlädt. Aber auch für Wanderer, Mountainbiker oder Reiter steht in der Türkischen Ägäis ein breites Angebot zur Verfügung. Warum nicht einmal zu Pferd auf antiken Pfaden wandeln? Die Tauch- und Surfkurse erfreuen sich ebenfalls steigender Beliebtheit, und das Drachen- oder Gleitschirmfliegen mit atemberaubendem Ausblick über die Küste ist unbestritten ein Highlight des Urlaubs.

Interessante Ausflugsziele

In der Türkischen Ägäis begegnen den Urlaubern sozusagen auf Schritt und Tritt die Spuren der Griechen und Römer, die hier ihr reiches Erbe hinterlassen haben. Wer die Ruinen von Ephessos besucht, wird eindringlich daran erinnert, dass sich an dieser Stelle eine der größten Städte der antiken Welt befunden hat. Wer hat nicht schon einmal von Heinrich Schliemann und seinen Ausgrabungen im antiken Troja gehört? Der Besucher der Türkischen Ägäis hat Gelegenheit, diese sagenumwobene Stätte zu besuchen. Auch der Besuch des prächtigen Milets begeistert nicht nur Historiker. Diese Stadt hatte in der Antike eine überaus große Bedeutung für Kultur und Wissenschaft, sie stellte nach heutigen Erkenntnissen die Geburtsstätte der Philosophie im antiken Griechenland dar. Unweit dieser Stadt und einst über eine 15 Kilometer lange „Heilige Straße“ mit dem „Heiligen Tor“ der Stadt verbunden befindet sich das Orakelheiligtum von Didyma. Dieser Apollontempel war mit 118 Metern das größte Heiligtum der hellenistischen Epoche. Doch nicht nur an hochkarätigen, antiken Kulturdenkmälern kann sich der Besucher erfreuen, auch an Naturschätzen ist diese Region ausgesprochen reich. Die Bilderbuchlagune Ölü Deniz lockt mit weißem Sand und türkisblauem Wasser, und im Mündungsgebiet des Flusses Dylan befindet sich im Naturschutzgebiet einer der letzten großen Brutplätze der Unechten Karett-Meeresschildkröte.

Was man wo besuchen sollte

Zur besseren Übersicht kann man die Türkische Ägäis in mehrere Regionen einteilen. Jede der einzelnen Regionen bietet ein überzeugendes Urlaubsprogramm. Zur Region Bodrum zählen die Urlaubsorte Yalikavak, Türkbükü, Turgutreis, Torba, Ortakent, Gümbet, Bitez und die bereits erwähnte mondäne Urlaubshochburg Bodrum mit attraktivem Nachtleben. Hier lädt unter anderem das preisgekrönte Unterwassermuseum zu einem interessanten Besuch ein. Die Region Kusudasi und Didyma gilt mit dem von Zypressen, Ölbäumen und Weinreben dominierten Hinterland als das Herz der Türkischen Ägäis. Bedeutende Städte der Region, die vor allem für historisch Interessierte ein wahres El Dorado darstellt, sind außerdem Pamucak und Özdere. Die Region Cesme und Izmir bietet mehrere Highlights. Schon in der Antike war Cesme für seine heilenden Quellen bekannt. Das früher eher verschlafene Fischerdorf hat sich heute zu einem beliebten Ferienort entwickelt, der eine erholsame Kombination von Erlebnis- und Strandurlaub bietet. Ein Ausflug in die geschäftige Metropole Izmir lädt zum Besuch von Museen und zum Shopping ein. Weitere bekannte Städte in dieser Region sind Ayvalik, Illica und Sarimsakli. Die Region Maramis besticht mit der weißen Stadt an der gleichnamigen Bucht. In Maramis findet der Besucher ausgesprochen maritimes Flair, das unter anderem in einem der größten und komfortabelsten Yachthäfen der Türkei Ausdruck findet. Doch auch die fangfrischen Fischspezialitäten tragen zur Beliebtheit der Region bei, ebenso wie die schönen Strände mit ihrem sauberen Wasser und den flachen Uferzonen, die daher vor allem für Familien mit kleineren Kindern sehr gut geeignet sind. Eine weitere bekannte Stadt der Region ist Icmeler. Den südlichsten Zipfel der Türkischen Ägäis bildet die Region Lykien und Dalman. Hier befinden sich nicht nur antike Highlights wie die berühmten Felsengräber, sondern eine ganze Reihe sehr interessanter Ausflugsziele. Alleine die malerische Kulisse, die von eindrucksvollen Bergen, dem türkisblauen Meer und Felsenbuchten bestimmt wird, ist eine Attraktion. Mehrere Naturschutzgebiete und Nationalparks laden ein, die artenreiche Flora und Fauna des Landes kennen zu lernen. Ein Besuch der versunkenen antiken Stadt Simena, die bereits im 4. Jahrhundert v.Chr. existierte, ist sicherlich ein nicht alltägliches Urlaubserlebnis. Zu den beliebtesten Städten der Region gehören Sarigerme, Ölü Deniz, Köycegiz, Kas, Fethiye, Dalvan und Calis.

Türkische Gastfreundschaft und Spezialitäten

Die türkische Küche ist insgesamt ausgesprochen vielseitig und vereint Einflüsse sehr vieler Kulturen. Vor allem in Küstennähe sollte man unbedingt die sehr facettenreich zubereiteten Fischspezialitäten kosten. Herausragende Bedeutung für die türkische Küche haben die „meze“. Hinter diesem Begriff aus dem arabischen Sprachraum verbergen sich leichte, leckere Vorspeisen, die in unzähligen Variationen angeboten werden. Hauptbestandteile sind neben Kichererbsen, Tomaten, Oliven und Auberginen auch Tahin, Joghurt und Olivenöl. Als typische Gewürze finden traditionell Kreuzkümmel, Koriander oder Gewürzsumach Verwendung. Ein Glas Raki sollte bei einem opulenten türkischen Mahl nicht fehlen, der aromatische klare Schnaps kann ebenso gut als Aperitif wie auch nach dem Essen genossen werden. Es handelt sich bei diesem türkischen Nationalgetränk um einen aus Weintrauben oder Rosinen gebrannten Anisée mit leicht lakritzähnlichen Geschmack. Traditionell trinkt man in der Türkischen Ägäis den typischen Schwarztee Cay und den auf türkische Art zubereiteten Kahve. Was neben dem beständig guten Urlaubswetter, den Traumständen und dem azurblauen Meer, den sportiven und kulturellen Angeboten das Herz vieler Urlauber höher schlagen lässt, ist die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Türken. In der Kaffeehäusern der Badeorte an der Türkischen Ägäis kommt man sehr schnell mit Einheimischen in Kontakt, ebenso auf den belebten Basaren, die man unbedingt einmal besucht haben sollte, oder in den Türkischen Bädern, die volles Wohlfühl-Programm bieten. Die Türken sind stolz auf ihre schöne Heimat und tun viel, damit sich ihre Gäste bei ihnen wohl fühlen. So erhält man durchaus auch den einen oder anderen Insidertipp für einen tollen Ausflug oder ein besonders empfehlenswertes Restaurant, wo man sich kulinarisch rundum verwöhnen lassen kann. Unter anderem die kleinen Restaurants mit familiärer Atmosphäre sorgen nicht selten für den wunderbaren Ausklang der unvergesslichen Urlaubstage.

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