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Formen der Unterdrückung in der Türkei

Neben den so genannten „Ehrenmorden“, denen jährlich in der Türkei Hunderte von Frauen zum Opfer fallen (und auch in Deutschland gab es schon einige Fälle), ist auch ansonsten Gewalt gegen Frauen in der Türkei an der Tagesordnung. Sich an polizeiliche Institutionen zu wenden machen nur wenige. Ihre Hemmschwelle ist sehr groß. Grund hierfür ist, dass sie früher oder später zu ihrem Peiniger zurückkehren und dann meist alles nur noch schlimmer wird.

Das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen reicht dabei in der Türkei von der Nichterfüllung der wirtschaftlichen Mindestbedürfnisse, über verbale und psychologische Gewalt, bis zu sexueller Gewalt und Schlägen. In der Türkei ist es dabei eine erzwungene Heirat – auch von Minderjährigen – immer noch gängige Praxis. Natürlich gibt es auch noch die besik kertmesi, eine Form der arrangierten Hochzeit. Ein großes Problem stellt auch die Gewalt gegen Frauen durch die Familienangehöriges ihres Mannes dar.

Flagge der Türkei

Flagge der Türkei ©iStockphoto/daboost

Untersuchungen ergaben, dass ein Großteil der türkischen Männer es akzeptabel findet, Mädchen und Frauen mit Gewalt zu disziplinieren. Man schätzt, dass auch in der Mittel- und Oberschicht mehr als die Hälfe der Frauen gewalttätige Angriffe – sprich Vergewaltigung in der Ehe und körperliche Gewalt erleiden müssen.

Die Türkei gerät aufgrund dieser Gewalttaten und ihrer Toleranz der Gewalt immer wieder in die Kritik von Menschenrechtsorganisationen, wie zum Beispiel Amnesty International. Und auch im Bezug auf den Beitritt der Türkei zur EU ist dies ein sehr heikles Thema, weil diese Vorgehensweisen nun einmal ganz und gar nicht den gesellschaftlichen „Richtlinien“ der westlichen Welt, sprich den übrigen europäischen Ländern, entsprechen.

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