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Gewerkschaften in der Türkei

Auch in der Türkei gibt es zahlreiche Gewerkschaftsbünde. Die Türk-Is beispielsweise hat rund 2,13 Millionen Mitglieder, die DISK, die links-orientier ist, hat rund ca. 0,35 Millionen Mitglieder. Die Hak-Is, die als islamistisch eingestuft wird, hat rund 0,36 Millionen Mitglieder.
Es ist anzumerken, dass trotz des rasanten Anstiegs der abhängig Beschäftigten in der Türkei die Gewerkschaften, bzw. deren Dachverbände ihren Einfluss nicht vergrößern konnten. Das Gegenteil ist viel mehr der Fall, die Gewerkschaften, bzw. deren Dachverbände wurden politisch schwächer. Ganz offen sprechen die Gewerkschaften in der Türkei selbst von einem starken Verlust an Mitglieder. Dabei wird von einem gewerkschaftlichen Organisierungsgrad von rund 11 Prozent in einer Branche ausgegangen – und selbst dies ist offensichtlich eine vorsichtig positive Schätzung.

Grund hierfür ist auch, dass es üblich bei den Anzahl der Mitglieder in einer Gewerkschaft es üblich ist auch formal diejenigen mit anzugeben, die keine Beiträge zahlen, aber für die Statistik hinzugerechnet werden. In der Türkei ist es dabei nämlich, so dass eine Gewerkschaft, die eine Mitgliederzahl von weniger 10 Prozent in einer bestimmten Branche hat, hat vom Gesetz her keine Tariffähigkeit gegenüber den Unternehmen mehr.

Gewerkschaft in der Türkei

Gewerkschaft in der Türkei ©iStockphoto/Rawpixel Ltd

Die ersten gewerkschaftlichen Organisationen entstanden in der Türkei um 1870. Aber auch nach der Gründung der Republik Türkei wurde den Gewerkschaften – und auch dem Gedanken der autonomen Entwicklung der Interessengruppen – keine Möglichkeit geboten sich zu entfalten. Dabei herrschte in der Türkei auch ein Arbeitskampfverbot. Dieses wurde erst im Jahr 1963 aufgehoben. 1961 wurde dabei bereits das Recht auf Streik in ein Gesetz gefasst, das jedoch erst 1963 in die Praxis umgesetzt wurde.

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