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Bäder in Istanbul

Wer glaubt, das berühmt-berüchtigte türkische Bad, vor dem schon im 18. und 19. Jahrhundert Abenteurern und Gesandten europäischer Herrscher graute, ist eine türkische Erfindung, der irrt. Ursprünglich erfunden haben es die Römer, die über Jahrhunderte auf dem Gebiet der heutigen Türkei siedelten und Thermalbäder errichteten. Heute findet man den Hamam neben der Türkei auch verbreitet im islamisch geprägten Kulturkreis. Warum? Weil diese Art des Badens den sehr genauen Reinigungsvorschriften des Koran entspricht. Kein Zentimeter der Haut, der trocken und ungewaschen bliebe, fließendes Wasser, das Körper und Seele rein wäscht.

In Istanbul gab es noch vor wenigen Jahrhunderten weit über 100 Hamams, die die Funktion von öffentlichen Toiletten und Badehäusern übernahmen. Wenige der alten Hamams sind heute noch übrig geblieben. Zu den bekanntesten zählen zum Beispiel der mehr als 300 Jahre alte Ca?alo?lu Hamam?, der mehr als 400 Jahre alte Çemberlitas Hamam? (beide Hamams unweit des Großen Bazars), der Süleymaniye Hamam? oder der bei Prominenten und Brautleuten für Hochzeitsvorbereitungen sehr beliebte Galatasaray Hamam?. Am bekanntesten (aber auch am teuersten und vollsten) ist wohl der Ca?alo?lu Hamam? – entweder weil ihn jeder Reiseführer als besonders schön und original anpreist, weil er im Buch „1000 places to see before you die“ aufgeführt ist oder weil sich hier schon Michael Palin auf einer seiner Weltreisen für die BBC durchkneten ließ.

Türkisches Bad

Türkisches Bad ©iStockphoto/graffio77

Kleiner Tipp: wenn Sie mehrere Tage in Istanbul verbringen, probieren Sie doch mehrere Hamams aus! So kommen Sie nicht nur gleich mehrmals in den Genuss der entspannenden Behandlung, Sie lernen so auch gleich ganz unterschiedliche Baustile und Stadtviertel kennen.

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