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Welche Sehenswürdigkeiten in Istanbul muss man sehen?

1. Die Sultan-Ahmed-Moschee / Blaue Moschee

Die Sultan-Ahmed-Moschee ist das größte muslimische Gotteshaus in Istanbul. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist ein typisches Beispiel osmanischer Architektur, auch bekannt unter dem Namen „Blaue Moschee“. Jedoch ist nur der obere Teil der Moschee mit den blau-weißen Fliesen bedeckt, die zu dieser Bezeichnung geführt haben. Der untere Teil ist eher mit den berühmten Iznik-Fayencen geschmückt, die mit traditionellen Pflanzenmotiven den unteren Teil der Moschee einnehmen und eher in Blau- und Grüntönen gehalten sind.
Nach Mekka und Medina, den Zentren des muslimischen Glaubens, hat die Blaue Moschee mit ihren sechs Minaretten die meisten weltweit. Der fast quadratische Innenraum wird von 260 Fenstern beleuchtet, deren bunte Glasscheiben jedoch mittlerweile eine Nachbildung der Originalfenster sind. Die äußere Erscheinung der Moschee ist ein harmonisches Zusammenspiel zwischen vertikalen und horizontalen Linien, wie den vielen großen und kleinen Kuppeln und den sechs Minaretten. In angemessener Bekleidung ist eine Besichtigung der Moschee jeden Tag möglich.

2. Die Hagia Sophia

Die Hagia Sophia, auch Sophienkirche genannt, die im europäischen Teil Istanbuls zu finden ist, war ursprünglich eine byzantinische Kirche. Als letztes großes Bauwerk der Spätantike setzte sie mit ihrer großen Kuppel neue architektonische Akzente und war lange Zeit die Hauptkirche der Orthodoxie. Die Krönungskirche der byzantinischen Kaiser wurde nach der Eroberung durch die Osmanen im 15. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt. Da das bautechnische Wissen der Antike verloren ging, blieb die Konstruktion der frei schwebenden Kuppel viele Jahrhunderte ein Geheimnis und kann erst heute mit modernen Baustoffen wieder nachvollzogen werden. Seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts dient die Hagia Sophia als Museum. Die Besucher können die alten, goldfarbenen Mosaike bewundern, deren Anzahl im Laufe der Jahrhunderte abgenommen hat, sodass der ehemals hell erleuchtete Innenraum nunmehr in ein diffuses Halbdunkel getaucht ist. Deutlich sind die unterschiedlichen Religionen vertreten, neben den Zeugen des orthodoxen Ritus auch eine muslimische Gebetsnische, die vier Minarette und eine Medresse im Hof des Gebäudes. Die Hagia Sophia gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

3. Der Dolmabahçe-Palast

Der Dolmabahçe-Palast ist der ehemalige Palast der osmanischen Sultane und liegt an den Ufern des europäischen Bosporus. Er wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, da der damalige Sultan des osmanischen Reiches in einem Gebäude residieren wollte, das dem Vergleich mit den europäischen Herrscherhäusern standhielt. So ist das Äußere des Palastes eine klassische Zweiflügelanlage, wie sie in Europa zu diesem Zeitpunkt üblich war. Das Innere jedoch ist ganz nach orientalischen Maßstäben eingerichtet, mit einer Zweiteilung in die offiziellen und die privaten Gemächer, in denen sich wiederum auch ein Harem befindet. Die Trennung dieser beiden Bereiche wird vom Muayede Salonu hergestellt, dem großen Empfangssaal, der das Zentrum des Serails bildet. Er misst 2.000 Quadratmeter an Fläche und verfügt über einen der weltweit größten Kronleuchter. Für die Ausstattung des Palastes wurden 14 Tonnen Gold für die Deckendekoration verwendet. Früher als die mitteleuropäischen Herrscherhäuser verfügte der Dolmabahçe-Palast bereits über ein System von Wasserklosetts und eine Gasbeleuchtung. Der letzte, der in diesen Räumen residierte, was Mustafa Kemal, bekannter unter dem Namen Atatürk, der hier auch verstarb. Nach seinem Tod wurde der Palast in ein Museum ungewandelt.

Istanbul

Istanbul ©iStockphoto/ iSailorr

4. Die Süleymaniye-Moschee

Auch die Süleymaniye-Moschee gehört zu den bedeutendsten Moscheen Istanbuls. Sie wurde ein Jahrhundert früher erbaut als die Blaue Moschee und ist eine Vier-Säulen-Moschee, welche die Hauptkuppel tragen. Diese Hauptkuppel erhebt sich bis auf 50 Meter und hat einen Durchmesser von 27 Metern. Die Moschee ist auf eine ganz besondere Weise konstruiert, nämlich über einem Fundament, das auf Wasserbehältern ruht, die dem Gebäude auch im Falle eines Erdbebens die nötige Stabilität geben. Tatsächlich macht der ganze Gebäudekomplex den Eindruck einer eigenen Stadt. Die Moschee ist umgeben von einem Garten, an den sich ein Friedhof mit den Mausoleen mehrerer Sultane anschließt. Mehrere Säulengänge vervollständigen die Erscheinung des Ensembles. Der Innenraum der Moschee ist schlichter ausgestattet als viele andere Moscheen, beeindruckt aber durch seine lichte Größe. Die Fayencen an den Wänden und die Buntglasfenster schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Weiter ist vor allem der Gebetsraum mit vielen Inschriften aus dem Koran geschmückt. Dieser Moscheenkomplex wurde einige Zeit später noch durch eine Armenküche, eine Herberge und ein Krankenhaus erweitert.

5. Die Cisterna Basilica

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die man in Istanbul nicht verpassen sollte, ist die Cisterna Basilica, auch Yerebatan Zisterne oder Versunkener Palast genannt. Eine heute nicht mehr existierende Basilika über der Zisterne hat dem Komplex seinen Namen verliehen. Die Cisterna Basilika ist ein spätantikes Wasserreservoir westlich der Hagia Sophia, das für die Wasserversorgung des nicht mehr existierenden Großen Palastes angelegt wurde. Sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 80.000 Litern Wasser, das sich in einem Gewölbe mit zwölf Reihen von 28 Säulen mit überwiegend korinthischen Kapitellen befindet. Heute dient das Bauwerk auch zur Abhaltung von Lichtspielen und Musikvorführungen.

6. Der Topkapi Palast

Bis zur Erbauung des Dolmabahçe-Palastes war der Topkapi Palast Jahrhunderte lang der Wohnsitz der Sultane und das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches. Er war nicht nur ein Palast, sondern ein ganzes Palast-System, in dem zeitweise bis zu 5.000 Menschen lebten und das auf einer großen Gartenfläche errichtet ist. Mit einer Größe von über 700.00 Quadratmetern war der Topkapi Palast fast eine eigene Stadt. Seine vier Höfe sind jeweils durch ein eigenes Tor erreichbar. Den verschiedenen Höfen waren unterschiedliche Aufgaben im Gesamtgefüge des Palastes zugeteilt. So war der erste Hof zum Beispiel den Dienstleistungen aller Art zugeordnet, der zweite Hof beherbergte das Regierungszentrum mit den Amt- und Verwaltungsräumen. Jedoch war hier auch die Palastküche untergebracht, in der zeitweise bis zu 6.000 Mahlzeiten pro Tag zubereitet wurden. Im dritten Hof befanden sich einerseits die staatlichen Verwaltungsräume, andererseits die Privatgemächer des Sultans, sowie der Harem. Im vierten Hof befanden sich Gärten und Parkanlagen auf mehreren Ebenen.

Seit 1924 ist der Topkapi Palast in ein Museum umgewandelt worden. Wenn man die Räumlichkeiten heute besucht, wird man Zeuge des unermesslichen Reichtums der osmanischen Herrscher, der sich in der reichen Goldverzierung, aber auch in vielen anderen edlen Baumaterialien wie Tropenhölzern und Marmor manifestiert. Auch die Privatsammlungen der Sultane, wie Porzellan, Waffen und Handschriften sind den Besuchern zugänglich.

7. Der Kapalıçarşı Basar

Der Kapalıçarşı Basar wird auch der „Große Markt“ von Istanbul genannt. Es handelt sich um einen bedeckten Basar im alten Istanbuler Stadtteil Eminönü. Durch seine Ausdehnung kann man fast von einem ganzen Geschäftsviertel sprechen. Nach orientalischer Tradition ist er in unterschiedliche Geschäftsbereiche aufgeteilt, so gibt es den Basar der Gold- und Silberschmiede, der Teppichhändler oder der Gewürzverkäufer. Nach alter Tradition befinden sich an die Verkaufsstände angegliedert auch viele Werkstätten und kleine Dienstleistungsstände, wie zum Beispiel zum Waschen und Bügeln von Kleidung im Stoffbasar. Gleichzeitig findet man überall kleine Cafés und Restaurants, und mittlerweile auch Banken und eine Post. Mehr als 4.000 Läden entlang der 60 Straßen warten auf Neugierige und Kunden. Der Basar wurde nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen im 16. Jahrhundert gegründet und seither ständig erweitert. Er ist bis heute das lebendigste Geschäftsviertel von Istanbul, wo die gute Kunst des Feilschens und Preise Aushandelns noch die Basis für jeden Kontakt zwischen Verkäufer und Kunden darstellt.

8. Die Bosporus Brücke

Die Bosporus Brücke, auch Erste Bosporusbrücke genannt, ist die ältere von zwei Brücken, die den legendären Bosporus überspannen und so den europäischen mit dem asiatischen Teil Istanbuls verbinden, sozusagen eine Brücke zwischen zwei Kontinenten. Diese ist im Jahr 1973 erbaut worden. Als Konstruktion ist sie eher unspektakulär, sie ist eine Hängebrücke mit sechs Fahrspuren und zwei Notspuren, eine davon für Fußgänger – aber dies nur im Notfall. In normalen Zeiten ist die Bosporusbrücke nur mit dem Auto zu befahren. Dies ist allerdings ein Erlebnis, hat man doch von der Brücke aus einen weiten Blick über den Bosporus und gleichzeitig auf zwei Kontinente. Die Brücke hat eine lichte Höhe von 64 Metern, so können auch große Schiffe problemlos unter ihr hindurch gleiten. Da die Brücke täglich von fast 200.000 Autos überquert wird, hat man fünfzehn Jahre nach der Konstruktion der Ersten Bosporusbrücke eine zweite Brücke errichtet. Sogar eine dritte Brücke ist mittlerweile in Planung.

9. Die Nostaljik Tramvay

Der öffentliche Verkehr in Istanbul wurde in den letzten Jahrzehnten bedeutend ausgeweitet. Neben vielen Bus- und Straßenbahnlinien gibt es auch eine moderne U-Bahn. Eine Kuriosität ist die Nostaljik Tramvay, eine Straßenbahnlinie, die zwischen den Haltestellen Tünel und dem Taksimplatz, dem größten Platz in Istanbul, im Jahr 1990 eröffnet wurde. Sie wird mit restaurierten historischen Straßenbahnzügen bedient und führt durch den Stadtteil Beyoğlu die Istiklal Caddesi entlang. Diese ist eine bekannte Einkaufsstraße, in der man viele bekannte Läden, aber auch Imbisse und Kaffeehäuser findet. Auf der 600 Meter langen Strecke zwischen den beiden Endhaltestellen überwindet diese nostalgische Straßenbahnlinie einen Höhenunterschied von 200 Metern, da die Haltestelle Tünel auf einem Hügel liegt. Am Taksimplatz umrundet die Straßenbahn einmal den ganzen Platz mit dem Revolutionsdenkmal, bevor sie sich auf den Weg Richtung Tünel macht.

10. Der Bosporus

Der Bosporus teilt die Stadt Istanbul in zwei Teile. Der westliche gehört zu Europa, der östliche zu Asien. Gleichzeitig verbindet der Bosporus das Schwarze Meer mit dem Marmarameer. Im Allgemeinen wird der Bosporus als die „schönste Meerenge der Welt“ bezeichnet. Das „Goldene Horn“, ein natürlicher Hafen, liegt innerhalb des Bosporus am Westufer. Rund 30 Kilometer lang und zwischen 600 Metern und 3 Kilometern breit, ist der Bosporus schon seit Jahrtausenden eine viel befahrene Seestraße. Bis zu 150 Schiffen befahren sie heute, die meisten davon Öltanker aus Russland. Da das Schwarze Meer über einen Wasserüberschuss verfügt, fließt dieses Wasser über den Bosporus ins Mittelmeer, das einen Wassermangel hat. Aber auch viele Fischerboote fahren hier, die so die Stadt Istanbul mit frischem Fisch versorgen, den man dann in den kleinen Restaurants entlang des Bosporus essen kann. Aber auch nur für einen kleinen schwarzen Kaffee in einem der Cafés lohnt sich der Weg zum Bosporus. Wer noch näher dran sein möchte, kann auch mit einem der Ausflugsboote eine Rundfahrt zwischen Europa und Asien unternehmen.

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