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Religion in der Türkei

Gleich für mehrere große Weltreligionen spielte die Türkei bzw. das Osmanische Reich und seine Vorgänger eine sehr wichtige Rolle. Hier trafen sich beispielsweise die ersten Christen, dem Apostel Paulus folgend, seinen Lehren huldigend. Hier befindet sich das einflussreiche altkirchliche Patriarchat Konstantinopel. Von hier aus herrschte der Kalif jahrhundertelang als Nachfolger Mohammeds über die muslimischen Gläubigen und prägte ihr Leben ebenso wie ihren Glauben. Auch verschiedene islamische Orden entstanden hier. In Europa verfolgten Juden bot das Land aufgrund seiner jahrtausendelangen relativen Offenheit und Toleranz anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber Schutz und eine Heimat auf Zeit.

Heute ist die Türkei ein laizistischer Staat. Damit ist jedoch kein Laizismus im eigentlichen Sinne gemeint, keine strenge Trennung von Religion und Staat. Vielmehr kontrolliert der Staat die Religion in der Türkei, eine Kontrolle des Staates durch die Religion ist andererseits nicht erwünscht. Aus diesem Laizismusverständnis heraus erklärt sich auch, warum selbst die Hauptreligion der Türkei, der sunnitische Islam, unter staatlicher Aufsicht steht.

Moschee in der Türkei

Moschee in der Türkei ©iStockphoto/MAEK123

In der türkischen Republik leben heute neben wenigen Christen, Juden und anderen religiösen Minderheiten vor allem Muslime. Die Zahl der Atheisten und Agnostiker ist unbekannt. Das liegt nicht daran, dass man sie nicht beachten würde – der Grund dafür liegt vielmehr in einer interessanten Regelung: jeder Einwohner der Türkei wird automatisch als Muslim eingeordnet, außer er lässt sich ausdrücklich einer anderen Religion zuordnen. Ein Austritt aus der islamischen Gemeinde ist nicht möglich, so dass auch Atheisten, Konfessionslose und Agnostiker formal zu den Muslimen gezählt werden.

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