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Mit dem Zug unterwegs in der Türkei

Zug fahren ist nostalgisch und Zug fahren im Urlaub erst Recht. In der Regel bewegt man sich mit deutlich schnelleren Verkehrsmitteln voran, gerade, wenn man größere Strecken zurücklegen möchte. Welchen Grund außer der Nostalgie also sollte man sonst haben, um sich verhältnismäßig langsam auf engem Raum über holprige Gleise zu bewegen? Ganz einfach: Zug fahren gibt wie kein anderes Verkehrsmittel die Möglichkeit, seine Mitreisenden kennen zu lernen, das Land zu betrachten und sich dabei auch von Zeit zu Zeit die Beine auf dem Gang zu vertreten, während andere Reisende die vorhandenen Liegeflächen für ein Nickerchen nutzen. Netter Nebeneffekt: eine Nachtfahrt spart eine Hotelübernachtung, ist (je nach gebuchter Kategorie) relativ komfortabel und gibt genug Zeit, den Mikrokosmos Zug zu erkunden.

Die Türkei blickt auf eine sehr bekannte und interessante Zuggeschichte zurück, die auch in einigen Museen dokumentiert ist. Der Sirkeci-Bahnhof auf der europäischen Seite Istanbuls war beispielsweise der Endpunkt des berühmten Orient Expresses und vom asiatischen Ufer Istanbuls, dem Bahnhof Haydarpa?a, aus fuhr die Bagdadbahn in Richtung Syrien und Irak.

Das heutige türkische Zugnetz ist zwar nicht so dicht ausgebaut wie das Busnetz, es erlaubt aber trotzdem eine Reise quer durchs Land. Betreiber ist die staatliche türkische Eisenbahngesellschaft TCDD, die auf ihrer Internetseite sowohl über Verbindungen und Abfahrtszeiten als auch über Preise und die Ausstattung der Züge Auskunft gibt. Sogar eine (je nach Strecke und Saison sehr sinnvolle) Reservierungsfunktion gibt es auf der türkischen Version der Webseite. Aber aufgepasst: man sollte nicht zu früh vor Antritt der Reise reservieren, da die Reservation nur wenige Tage gültig ist und danach verfällt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bucht sein Ticket vor Antritt der Reise über eine Agentur in Deutschland oder vor Ort.

Mit dem Zug unterwegs in der Türkei

Mit dem Zug unterwegs in der Türkei ©iStockphoto/Reddiplomat

Bei einer Zugfahrt hat man die Wahl zwischen Pullman, Sleeping Car, Couchette oder Compartment Car, je nach Strecke und bereit gestelltem Zug. Kleiner Tipp: hat man eine Nachtfahrt vor sich, bei der man relativ viel Wert auf seine Privatsphäre und eine eigene Toilette legt, sollte man sich vielleicht eher für einen Sleeping Car für maximal zwei Personen entscheiden. Egal in welchem Waggon man sich befindet: das Zugpersonal ist – auch wenn es zuweilen kein Englisch oder Deutsch versteht – sehr hilfsbereit und zuvorkommend. Übrigens: für Schüler und Studenten gelten Sondertarife, die es erlauben, relativ preiswert das ganze Land zu erkunden. Beispiel gefällig? Eine Nachtfahrt mit dem Pamukkale Express von Istanbul nach Denizli kostet im Studententarif 27 YTL (etwa 14 Euro), der Normaltarif ist nur unwesentlich teurer.

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