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Alternativen zum Hotel: airbnb, Wimdu, 9flats und Co.

Für manche gehören die Anonymität und der vorhersehbare Standard eines Hotelzimmers zum Reisen. Andere tauschen Hotelbett und Kunstdruck, Duschbad und Willkommensmappe liebend gern gegen ein etwas persönlicheres Ambiente ein. Kleinere Hotels, Pensionen und Bed & Breakfasts haben sich auf diese Wünsche bereits eingestellt und bieten liebevoll und individuell eingerichtete Zimmer an. Leider schlagen sich ihre Bemühungen in der Regel im Preis dieser Unterkünfte nieder. Geschmackvoll eingerichtete Themenzimmer, bei denen von den antiken Möbeln bis zu den Textilien, vom Wandschmuck bis zur Lektüre auf dem Bücherbord alles mit Bedacht ausgewählt und so einladend arrangiert ist, dass es den Eindruck eines sympathischen Zuhauses erweckt, haben leider in der Regel nicht ganz so einladende Übernachtungspreise.

Alternativen zum Hotel: airbnb, Wimdu, 9flats und Co.

Alternativen zum Hotel: airbnb, Wimdu, 9flats und Co. ©iStockphoto/Simon Alvinge

Bei netten Menschen daheim logieren

Heute gibt es Alternativen, die dem, was sich viele Individualreisende für ihren Aufenthalt in fremden Städten erträumen, sogar noch viel näher kommen und dabei erheblich günstiger sind. Gästezimmer, ganze Wohnungen, Häuschen oder Villen, die von Privatpersonen auf Plattformen wie couchsurfing, hospitalityclub, airbnb, wimdu und 9flats angeboten werden, bieten gemütlichen, lebendigen Wohnkomfort in individuellem Stil und zum unschlagbaren Preis. Dazu kommen als zusätzlicher Bonus nicht selten Gastgeber, die den Kontakt mit ihren Gästen als persönliche Bereicherung empfinden. So können sich verplauderte Abende, gemeinsame Mahlzeiten und Unternehmungen bis hin zu bleibenden Kontakten ergeben. Die Ortskenntnis der Vermieter, die mit Einkaufs- und Ausgehtipps und sonstigen Informationen über ihren Kiez gern freigebig sind, macht mehr aus Ihren Ferientagen in der unbekannten Stadt. „Travel like a local“ ist der Slogan des Vermittlers wimdu. Erkunden Sie Ihr Ferienziel fast wie ein Einheimischer: abseits von ausgetretenen touristischen Pfaden und unabhängig von Ihrem Reiseführer. Mit dem „Facebook für Couchsurfer“, wie der Marktführer airbnb auch bezeichnet wurde, könnte es sein, dass Sie sich am fremden Ort fast wie zu Hause fühlen. Phantastisch viele Reiseziele weltweit lassen sich so erschließen.

Von der Community zum Businessplan

Die Privatunterkunftsvermittler airbnb, wimdu, 9flats & Co. haben die Idee von Online-Portalen wie couchsurfing und hospitalityclub in Geschäftsideen verwandelt und professionalisiert. Was die beiden Community-Webseiten seit einigen Jahren als kostenfreien Service im Dienste der Gemeinschaft anbieten – flexible Reisende mit kleinem Geldbeutel und ihre neugierigen Gastgeber überall auf der Welt miteinander in Kontakt zu bringen (wobei viele Mitglieder dieser Netzwerke in beiden Rollen unterwegs sind) – wird beim amerikanischen airbnb seit 2008, bei den deutschen Konkurrenzunternehmen 9flats und wimdu seit 2010 beziehungsweise 2011 auf die Füße eines soliden und vielversprechenden Businessplans gestellt. Vermieter und Mieter der Wohnungen zahlen eine Kommission an den Vermittler, der dafür die Unterkünfte vorab verifiziert und prüft, die Buchung und Bezahlung abwickelt und – ausgelöst durch einige schlechte Erfahrungen – auch eine Versicherung für Vermieter mit ins Servicepaket geschnürt hat.

Die Zeichen stehen auf Professionalisierung

Natürlich geht damit auch eine Professionalisierung des Angebots einher. Viele Unterkünfte bei airbn und der überwiegende Anteil der bei Wimdu und 9Flats angebotenen Quartiere sind mittlerweile nichts anderes als gut, aber relativ schematisch eingerichtete Ferienwohnungen oder Zimmer zum entsprechenden Preis. Deren Vermieter haben häufig gleich mehrere Objekte eingestellt. Kontakt zu ihnen ergibt sich im Regelfall nur noch bei der Schlüsselübergabe.

Das spannende Gefühl, bei Freunden zu Besuch zu sein und das Leben am fremden Ort ganz unmittelbar kennenzulernen, lässt sich so natürlich kaum aufrechterhalten. Die Grenzen zu Portalen, die sich rein als Ferienwohnungsanbieter verstehen, verschwimmen langsam. Aber immerhin: Eine gute Auswahl ansehnlicher Ferienwohnungen inklusive Bewertungen anderer Gäste am Urlaubsort der Wahl ist nicht zu verachten. Und besonders bei airbnb finden sich in vielen Städten noch sympathische Gastgeber, denen es wichtig ist, Teil einer weltumspannenden Gemeinschaft zu sein, deren Treibstoff mehr als nur der Kommerz ist. Sie stellen nicht nur ihre kreativ oder spartanisch eingerichteten Gästezimmer zur Verfügung, räumen ihre Studios oder quartieren ihre Kinder aus, sondern gestatten ihren Gästen ganz freimütig einen Blick in ihr Leben und ihr Herz. Wer weiß, wie lange es noch so bleibt.

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