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Rügen

Rügen ist Deutschlands größte Insel und liegt im Nordosten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Am besten gelangt man mit dem Zug über Stralsund auf die Insel. Die Strecke führt dann weiter über die „Inselhauptstadt“ Bergen bis nach Sassnitz. Mit dem Auto geht es über den oft „verstopften“ Rügendamm. Hier kann es mehrmals am Tag Sperrungen geben, wenn ein Teil der Brücke sich für den Schiffsverkehr öffnet.

Bald wird eine zweite Überquerung über den Strelasund eröffnet, die den Verkehr über den alten Rügendamm entlasten soll. Ein Geheimtipp ist die Anreise nach Rügen über die Autofähre bei Stahlbrode, die nahe der Universitätsstadt Greifswald liegt.

Rügen ist ein Naturparadies, das zu jeder Jahreszeit seinen Reiz hat. Hauptreisezeit ist im Sommer in den Monaten Mai bis September. In der Zeit der Schulferien sind die Strände am meisten besucht. Wer es etwas ruhiger mag, kommt schon im April oder erst im Oktober auf die Insel und genießt mit anderen Früh- und Späturlaubern die angenehme Ruhe. Den Sommer können Urlauber bei angenehmen 25 Grad bis 28 Grad genießen, in Seenähe weht dazu meist ein kühles Lüftchen.

An der Ostküste sind die berühmten Seebäder zu finden. In Binz, Sellin, Göhren und Baabe laden weiße Sandstrände zum Erholen ein. Ein Bummel auf den Strandpromenaden mit ihren kleinen Cafes und Boutiquen ist ebenfalls sehr reizvoll. In den letzten Jahren wurden viele neue Unterkünfte gebaut und bestehende Hotels saniert, so dass Rügen-Urlauber hier in jeder Preisklasse ein passendes Quartier finden. Zwischen den Seebädern verkehrt die Schmalspurbahn „Der rasende Roland“, die noch mit historischen Dampfloks betrieben wird. Zwischen Sassnitz und Binz befindet sich das Seebad Prora mit den überdimensionalen Hotelbauten der nationalsozialistischen Kraft durch Freude-Organisation, die heute besichtigt werden können.

Sehenswerte Natur
Den berühmten Ausblick der Kreidefelsengemälde von Caspar David Friedrich kann man auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel selbst erleben. Von den Ausblickspunkten auf dem Königsstuhl geht es über 100 Meter in die Tiefe. Die ebenfalls bekannten Kreidefelsen Wissower Klinken sind 2005 wegen der Natur-Korrosion fast komplett ins Meer abgerutscht. Der Naturpark Jasmund bietet eine unglaubliche Tier- und Pflanzenwelt, die man bei Wanderungen in aller Ruhe entdecken kann.

Historisches Rügen
Das Jagdschloss Granitz, unweit vom Seebad Binz gelegen, und die „Weiße Stadt“ Putbus sind historische Anziehungspunkte auf der Insel. Sie zeugen vom Leben der einstmals hier lebenden Fürsten. Vom Turm auf Schloss Granitz hat man einen wundervollen Ausblick. Die ehemaligen Wohnräume beherbergen heute eine historische Sammlung von alten Möbeln und Waffen. In Putbus ist der Schlosspark besonders sehenswert. Hier gibt es unter anderem Mammutbäume, Zedern, Rosskastanien und einzigartige Alleenwege. Das Schloss wurde in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wegen Kriegsschäden abgerissen. Architektonisch ist in Putbus der Circus mit seinen klassizistischen Häusern und das einstige Residenztheater von Interesse. Im Theater finden hier im Sommer zahlreiche Gastspiele statt.

Rügen

Rügen @iStockphoto/bitbeerdealer

Baden in der Schabe
Im Norden Rügens gelegen, ist die Schabe ein mehrere km langer Strandabschnitt, an dem bevorzugt textilfrei gebadet wird. Er erstreckt sich von Glowe im Osten bis nach Juliusruh. In den Kiefernwäldern gibt es mehrere Campingplätze von denen es nur wenige Schritte bis zum Strand sind. Entlang der Landstraße durch die Schabe gibt es auch einen Radweg. Fährt man weiter in Richtung Norden, gelangt man an den nördlichsten Punkt der Insel: Kap Arkona. Mit dem Auto kommt man allerdings nur bis nach Putgarten, danach geht es entweder zu Fuß oder mit der Arkona-Bahn bis zum Kap. Bekannt sind die beiden Leuchttürme, auf die man auch aufsteigen kann. Der ältere wurde nach Vorlagen von Schinkel, Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut. Ein kulturelles Highlight im Sommer sind die Theateraufführungen im Leuchtturmwärter-Garten. Nach dem wundervollen Sonnenuntergang kann es allerdings sehr schnell kühl werden. Tipp: Decken mitbringen. Vom Kap Arkona kann man an der Küste entlang wandern – über die slawische Jaromarsburg mit dem Wall in Richtung des alten Fischerdorfes Vitt.

Abstecher nach Hiddensee
Von Schaprode im Westen von Rügen gelangt man mit der Fähre mehrmals täglich auf die kleine Nachbarinsel Hiddensee, die früher ein Anziehungspunkt berühmter Künstler war. Heute noch kann man das Sommerhaus des Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann in Kloster besichtigen, in dem im Sommer auch Veranstaltungen stattfinden. Sehenswert ist auch der Friedhof in Kloster, auf dem neben Hauptmann auch Käthe Kruse, Gret Palucca und Walter Felsenstein ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die drei Inselorte Neuendorf im Süden, Vitte in der Mitte und Kloster im Norden sind bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen; Autos sind hier generell nicht erlaubt. Vom höchsten Punkt, dem Leuchtturm Dornbusch aus, kann man die gesamte Insel überblicken. Die schönste Tageszeit ist abends, wenn die letzten Tagestouristen die Insel mit der Fähre wieder verlassen haben und der Strand den Einheimischen und Übernachtungästen allein gehört.

Geheimtipps
Auf Rügen beginnt die über 2.500 km lange und quer durch Deutschland verlaufende Alleenstraße. Die alten Baumbestände säumen vielerorts noch die alten Kopfsteinpflasterstraßen. Autoreisende, die schon ab Altefähr, dem ersten Inselort hinter dem Rügendamm, die Natur erleben möchten, biegen in Altefähr gleich nach rechts auf die Entlastungsstrecke Richtung Garz und Putbus ein.

Im Sommer finden in Ralswiek seit 1993 die Störtebecker-Festspiele statt. Auf einer großen Seebühne spielen über 120 Akteure jedes Jahr in einem neuen Abenteuer um den berühmten Piraten mit. Jeden Abend gibt es zum Abschluss noch ein riesiges Feuerwerk, das weit über den Jasmunder Bodden zu sehen ist.

Nach Rügen fährt man am schnellsten über die neue Ostsee-Autobahn A 20 Richtung Stettin. Wer mehr Zeit einplant, kann sich über die die alte Hanseroute auf der Bundesstraße 105 der Insel nähern und dabei einen Abstecher über die Halbinsel Darß mit der ehemaligen Künstlerkolonie Ahrenshoop unternehmen.