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Bolivien und seine Sehenswürdigkeiten

Bolivien ist ein wunderschönes Land voller Unterschiede und einzelner Höhepunkte. Vor allem für Europäer bietet diese Land unglaublich viel Abwechslung, und täglich etwas Neues zu entdecken. In Bolivien unterscheiden sich die einzelnen Regionen nicht nur durch ihr Klima und einen oft sehr verschiedenen kulturellen Hintergrund, sondern das Land bietet vor allem eine sehr differenzierte Flora und Fauna, so dass Tier- und Pflanzenliebhaber hier schnell auf ihre Kosten kommen.

Die Flora ist natürlich stark von den gegebenen Bedingungen abhängig, so dass man in den kälteren Gebieten Boliviens wie zum Beispiel in den Hochlandregionen fast nur kurze Grasarten und Moosgewächse vorfindet. Daneben findet man dort noch einige Sträucher, die aber wegen des oft starken Windes nicht sehr hoch werden und fast schon wieder mit Gräsern verwechselt werden können. Es gibt in Boliviens Hochland jedoch eine beeindruckende Ausnahme, nämlich die Riesenbromelien am Titicacasee. Diese werden bis zu zehn Meter hoch, was im Hochland eine absolute Seltenheit ist. Das Blühen dieser Pflanze ist aber an sich schon ein echtes Spektakel, denn die Bromelie blüht erst nach etwa 75 Jahren und verausgabt sich bei dieser Blüte so sehr, dass sie gleich danach abstirbt. Die Riesenbromelie steht natürlich unter Naturschutz und man sollte bei einem Besuch Boliviens auf jeden Fall einen Abstecher zu dieser Pflanze machen.

Bolivien

Bolivien @iStockphoto/Emmanuel Vivier

In den Regionen des Tieflandes sieht die Fauna dann schon sehr viel abwechslungsreicher aus als im Hochland, wenn man von der Bromelie absieht: hier findet man die unterschiedlichsten Baumarten, Naturschützer schätzen über 2000 verschiedene Arten. Außerdem ist Bolivien bekannt für seine Gummibäume. Etwas tiefer wachsen dann unzählige Farne und Palmen. Für Europäer sind aber natürlich die wilden Orchideen besonders interessant, die im Tiefland überall zu finden sind. Nochmals anders sieht die Pflanzenwelt dann wiederum im Süd-Osten Boliviens aus: Hier haben sich nur wenige Pflanzen an die dürren Verhältnisse gewöhnen können, so dass hier eine Steppenlandschaft vorherrscht, die in ihrer wildromantischen Art an die Anfänge der USA im wilden Westen erinnert. Hier sieht es auch mit der Tierwelt eher ärmlich aus, denn Tiere finden in diesem Teil Boliviens nicht genügend Nahrung. Lediglich Schlangen, Nandus und Termiten fühlen sich hier heimisch.

Im üppigen Tiefland mit seinen Orchideen und Palmen finden vor allem Vögel einen sehr schönen Lebensraum. Zu nennen sind vor allem die unterschiedlichsten Papageienarten, die zwischen den bunten Orchideen trotz ihres ebenfalls bunten Gefieders fast nicht mehr auffallen. Daneben sind auch Harpyen zu finden und – für viele Europäer überraschend – Storche. Allerdings handelt es sich bei diesen Storchen um andere Arten als die uns bekannten.

Diese Vögel können alle einen ganz schönen Krach verbreiten, wenn sie durch ein Geräusch aufgeschreckt werden, der nur noch durch das Geschrei der bolivischen Affen übertönt wird. Da Affen Rudeltiere sind, trifft man meistens auch gleich auf mehrere Tiere und kann diese ideal beobachten. Viele bolivische Hotels und Reiseanbieter geben Touristen auf kleinen Safaris die Möglichkeit auch größere Tiere und solche, die gefährlich oder scheu sind zu beobachten. Solch eine Tour sollte man sich nicht entgehen lassen, vor allem wenn man die beeindruckenden Kaimane zu Gesicht bekommen kann.

Da das Tiefland Boliviens von Flüssen durchzogen wird, tut sich auch unter Wasser einiges. Naturforscher sprechen von über 1500 verschiedenen Fischarten, die sich in diesen Süßwässern tummeln.

Im Hochland ist die Tierwelt dann wiederum beschränkter. Vor allem Apacas und Lamas kommen mit den gegebenen Bedingungen im Hochland zurecht, so dass diese Tiere die wichtigsten Nutztiere dieser Gegend sind. Man kann sie fast als Milchwollsäue bezeichnen, denn sie dienen als Lasttiere ebenso wie als Lieferanten für Milch, Wolle und Fleisch.

Leider nur noch selten trifft man in freier Wildbahn auf den Kondor, der für die Bolivianer schon seit Urzeiten ein besonders Tier ist und der heute unter Naturschutz steht. An den Seen im Hochland trifft man sogar auf Flamingos wenn man Glück hat. Ebenfalls selten in freier Wildbahn findet man Meerschweinchen. Diese stehen jedoch nicht unter Naturschutz, im Gegenteil sind diese Tiere bei den Bolivianer nicht wegen ihrer Niedlichkeit geschätzt, sonder vielmehr wegen ihres Geschmacks. Meerschweinchen-Braten ist in Bolivien nichts Besonderes.

Die Bevölkerung Boliviens ist stark durch ihre Umwelt und die kulturellen Wurzeln aus der Zeit der Inkas geprägt. Die meisten Bolivianer würden sich daher auch eher als Indios denn als Bolivianer bezeichnen. Die korrekte Bezeichnung wäre Indígenas, die etwa 60% der Bevölkerung bilden. Der Rest der Bevölkerung sind Weiße und damit entweder Einwanderer oder Nachfahren der spanischen Kolonisten.

Ein Großteil dieser Indios lebt immer noch auf dem Land und arbeitet in der Landwirtschaft, um das eigene Überleben zu sichern. Viele Indios leben am Existenzminimum und auch knapp darunter. Bolivien ist wirtschaftlich gesehen das Schlusslicht Lateinamerikas, was unter anderem auch an der mit primitiven Mitteln betriebenen Landwirtschaft liegt, die wenig über den Eigenverbrauch hinaus produzieren kann.

Neben der Landwirtschaft gibt es nur wenig wirtschaftliche Verdienstmöglichkeiten, industrielle Bedeutung hat lediglich der Bergbau, der jedoch in seiner Bedeutung immer mehr zurückgeht. Die Textilindustrie und die Verarbeitung von Metall haben im Gegensatz dazu in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen.

Wirkliche Bedeutung hat in Bolivien der Coca-Anbau. Dieser ist aber natürlich umstritten, weil die Coca-Pflanze der Rohstofflieferant für die Droge Kokain ist. Daher versuchen ausländische Staaten – allen voran die Vereinigten Staaten von Amerika – immer wieder Bolivien vom Coca-Anbau abzubringen. Allerdings wird die Coca-Pflanze in Bolivien selbst hauptsächlich zu Tee verarbeitet oder von den Bolivianern gekaut, was absolut unschädlich ist. Die Bolivianer werden sich daher, und weil der illegale Handel mit der Coca-Pflanze sehr lukrativ ist wohl nicht vom Anbau abbringen lassen.

Wahrscheinlich hängt es auch mit der Armut großer Bevölkerungsteile zusammen, dass die Bolivianer sehr gläubig sind und in ihrem Glauben Kraft für ihr hartes Leben finden. Über 90% der Bevölkerung gehören dem katholischen Glauben an und hierbei handelt es sich nicht nur um Lippenbekenntnisse. Der Glaube ist für die Bolivianer sehr wichtig und spielt im alltäglichen Leben eine große Rolle. Auf diese Tatsache sollte man als Tourist Rücksicht nehmen und die religiösen Gefühle die Bolivianer auf keinen Fall verletzen.

Bolivianer sind sehr höflich und freundlich, jedenfalls solange man ihnen nicht zu nahe tritt. Auch benötigen sie oft etwas Zeit um mit Fremden warm zu werden. Wenn das Eis aber erst einmal gebrochen ist, dann hat man in einem Bolivianer meist einen echten Freund gefunden. Um Land und Leute – also Bolivien und die Bolivianer – wirklich kennen zu lernen, sollte man sich auch deshalb etwas Zeit nehmen. Eine Reise ist Bolivien in jedem Fall Wert.

Bolivien – Klima und Lage

Bolivien hat fast jeder in seinem Leben schon einmal gehört und mit den spärlichen Informationen und Erinnerungen aus dem Erdkundeunterricht kann man dieses Land vielleicht auch noch in Lateinamerika lokalisieren, dann hört es aber meist schon auf mit den Kenntnissen über dieses Land, seine Lage und das dort herrschende Klima.
Bolivien teilt sich Grenzen mit Brasilien und Paraguay im Norden beziehungsweise Osten, im Süden grenzt Bolivien an Argentinien und im Westen an Chile und Peru. Damit kann man sagen, Bolivien liegt im Herzen Lateinamerikas, umgeben von vielen ebenfalls interessanten Ländern.

Vor allem Bolivien ist aber geprägt von geographischen Unterschieden und Gegensätzen: Dafür sorgen zunächst die Anden, die durch Bolivien hindurch verlaufen. Zwei weit auseinander liegende Ketten dieses Gebirges durchziehen Bolivien und bei einer Höhe von teilweise über 6500 Metern sind das immense Einschnitte in die Landschaft, die diese nachhaltig prägen. In den Anden leben natürlich nur wenige Bolivianer, da es sich hierbei um eine recht unwirtliche Gegend handelt. Aber zwischen den beiden Andenketten leben die meisten Bolivianer im so genannten Hochland. Dieses liegt zwischen 3000 und 4000 Meter hoch und wird Altiplano genannt. Das Altiplano reicht bis ins Nachbarland Peru hinein und kann daher nicht primär als bolivianisch bezeichnet werden. Im Altiplano liegt auch der weltberühmte Titicaca-See. Mitten durch den See verläuft dann auch die Grenze zu Peru, allerdings ist der Titicaca-See eher dafür berühmt, weil er so hoch liegt und damit zu den höchstgelegenen Seen der Welt überhaupt zählt.

Auf der östlichen Seite der einen Andenkette und dem bolivischen Bergland im Osten Boliviens sind die so genannten Yungas zu finden, die zwischen 1200 und fast 2000 Meter über dem Meeresspiegel liegen.
Darauf folgen wiederum die Llanos, die vom Bergland Boliviens bis nach Brasilien und Paraguay reichen. Hierbei handelt es sich um den flächenmäßig größten Teil Boliviens, allerdings ist die Bevölkerung hier sehr dünn, denn es handelt sich bei diesem Gebiet teilweise um trockene Savannenabschnitte und um dichten von Menschen kaum bewohnten tropischen Regenwald. Wie man bereits an den geographischen Besonderheiten Boliviens erkennt, ist das Land durch viele Unterschiede gekennzeichnet. Diese spiegeln sich auch im Klima des Landes wieder. Gleich drei Klimazonen gibt es in Bolivien, die sich wiederum in viele kleinere Zonen einteilen lassen. Im Tiefland herrscht ein tropisches Klima, das unter anderem auf den Regenwald zurückzuführen ist. Tropisches Klima bedeutet, dass in dieser Gegend fast das ganze Jahr warme und heiße Temperaturen herrschen. In der so genannten Regenzeit kann es dann über 260 Millimeter im Durchschnitt regnen, was natürlich sehr viel ist. In dieser Zeit macht es keinen Sinn in dieser Gegend Urlaub zu machen oder zu reisen, denn vor lauter Regen kann man die Gegend gar nicht mehr genießen. Die Monate, in denen eine Reise in dieses Gebiet geplant werden sollte, liegen zwischen April bis September. Allerdings kann es in diesen Monaten eben auch sehr heiß werden, so dass empfindliche Personen dies berücksichtigen sollten.

Empfindlichen Menschen sei geraten eine Reise durch Bolivien vielleicht im Altiplano zu beginnen, denn hier herrscht gemäßigtes Klima. Hier kann man sich dann sehr gut an Bolivien, Land und Leute gewöhnen und hält es dann auch besser im tropischen Gebieten aus. Aber auch im Altiplano ist das Klima nicht wirklich einheitlich, sondern teilweise noch recht unterschiedlich. Als Orientierung sei hier die Durchschnittstemperatur von La Paz angegeben, die bei etwa 12 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt liegt. Je nachdem wo man sich aber gerade aufhält, kann es zum Beispiel in den Monaten zwischen April und September vor allem nachts recht kalt werden. Ein normales bolivianisches Haus verfügt nicht über eine Heizung und Mittelklassehotels entsprechen diesem bolivianischen Standard. Es gibt also meist keine Heizung.
Noch schwieriger ist das Klima in den eigentlichen Anden, wo das ganze Jahr Schnee liegt und die Temperaturen nie über Null Grad Celsius steigen. Hierher verirren sich aber auch keine unvorbereiteten Touristen, denn man gelangt natürlich nicht einfach so in die Anden.
Wenn es also ans Kofferpacken für den Bolivienurlaub geht, heißt es sowohl warme Kleidung einpacken, als auch den Bikini nicht vergessen. In jedem Fall sollte man versuchen die ganze Schönheit Boliviens in all seinen Unterschieden zu erfassen und dafür muss man eben auch die unterschiedlichen Klimazonen akzeptieren.

Bolivien – Sehenswürdigkeiten

Bolivien ist vor allem durch seine unterschiedlichen Regionen gekennzeichnet, die in erster Linie Naturliebhabern einiges zu bieten haben. Zum Beispiel bietet eine Tour in die Anden oder in den Regenwald vor allem für Europäer unglaubliche Naturerlebnisse. Das Entdecken der Flora und Fauna im lateinamerikanischen Bolivien ist daher absolut empfehlenswert.
Aber auch kulturell hat Bolivien einiges zu bieten. Zur Zeiten der Inkas herrschte in Bolivien eine Hochkultur, die bis heute Spuren hinterlassen hat. Als Tourist sollte man sich auf jeden Fall auf die Suche nach diesen Spuren machen. Zudem hat Bolivien durch die spanischen Kolonisten eine wechselhafte Geschichte hinter sich, die sich in den Städten anhand vieler Bauwerke nachvollziehen lässt.

Grundsätzlich wird die bolivianische Kultur neben der Landschaft durch die vielen verschiedenen ethnischen Gruppen bestimmt, die wiederum die Sehenswürdigkeiten für die Touristen bestimmen. Die Folklore unterschiedlicher Regionen ist jeweils geprägt von den Lebensbedingungen und dem meist rauen und harten Arbeitsalltag in den Klimazonen. Geneigte Touristen können von der Landbevölkerung am besten in das kulturelle Erbe, die Mythen, Erzählungen und Riten eingeführt werden. Auch in den Städten gibt es aber viele Folklorefeste, auf denen getanzt und gesungen wird. Vor allem die bolivianischen Tänze sind ja weltbekannt, so dass man sich solche Vorführungen nicht entgehen lassen sollte.

Bolivien ist – was den Tourismus betrifft – noch nicht wirklich erschlossen, jedoch steigen die Touristenzahlen jährlich an und dementsprechend versucht das Land auch in den Tourismus zu investieren und ihn zu fördern. Nur ein geringer Bruchteil der Touristen reist dabei in die wildromantischen und wenig erschlossenen Gebiete Boliviens, obwohl sich diese besonders für Naturfreunde anbieten. Allein in der Gegend des Amazonasbeckens gibt es über 20 Nationalparks, die Besucher mit ihrer Flora und Fauna begeistern. Am bekanntesten ist dabei wohl der Noel-Kempff-Mercado-Nationalpark, weil dieser erst vor 6 Jahren zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt wurde. Aber auch alle anderen Parks sind sehr empfehlenswert. Man sollte sich vor Ort über die verschiedenen Parks informieren und dann nach eigenen Vorlieben eine Tour durch einen oder mehrere Parks antreten.

Wenn man in diese naturbelassenen ländlichen Gegenden reist, muss man sich aber im Klaren sein, dass diese Teile Boliviens noch relativ unerschlossen sind. Viele Hotels entsprechen nicht europäischen Standards, das Klima ist sehr gewöhnungsbedürftig – vor allem für Europäer – und in den hoch gelegenen Gebieten kann man leicht an der Höhenkrankheit erkranken. Dagegen empfehlen die Einheimischen den Coca-Mate-Tee. Der Coca-Anbau, der vor allem von Amerika so verdammt wird, ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit, genauso wie die Herstellung des eben erwähnten Tees. Was die Höhenkrankheit betrifft, sollte man außerdem auf schwere Speisen und Alkohol verzichten.

Die meisten Touristen zieht es aber sowieso eher in die Städte beziehungsweise hauptsächlich in die Hauptstadt und den Regierungssitz Boliviens. Hauptstadt ist Sucre, die Regierung befindet sich aber im über 4000 Meter hoch gelegenen La Paz, das damit im Guinnessbuch der Rekorde mit dem höchst gelegenen Regierungssitz der Welt steht. In diesen beiden Städten kann man in erster Linie die oben bereits erwähnten Spuren der Kolonialzeit finden, denn Sucre und La Paz verfügen über eine Vielzahl von Bauten aus dieser Zeit.

Ein ebenfalls immer beliebter werdendes Ziel für Touristen in Bolivien ist Potosí. Hier findet man einige Bergbauminen, die nur noch teilweise in Betrieb sind. Für Touristen gibt es spezielle Führungen, die die Bedeutung des Bergbaus für Bolivien erklären. Darüber hinaus gibt es in Potosí diverse bauliche Sehenswürdigkeiten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Neben den Städten ist Bolivien aber auch wegen seiner Seen bekannt, allen voran wegen dem Titicaca-See. Hier findet man auch die so genannten Heiligen Inseln, die auf keiner Touristentour fehlen dürfen. Weiterer Touristenmagnet ist das Salar de Uyuni, der größte Salzsee des gesamten amerikanische Kontinentes. Hier ist der Tourismus wie in den größeren Städten bereits auf dem Vormarsch, jedoch muss man nirgends in Bolivien Angst vor Massentourismus oder Ähnlichem haben, denn trotz aller Schönheit und Sehenswürdigkeiten ist Bolivien noch vom Tourismus relativ unentdeckt.

Als Tourist muss man sich in jedem Fall keine Sorgen machen wie man von A nach B kommt. Aus Sicht der Infrastruktur ist Bolivien nämlich sehr wohl erschlossen und auf Grund des niedrigeren Lebensstandards sind gemietete Autos und öffentliche Transportmittel vor allem für europäische und speziell deutsche Verhältnisse mehr als günstig. Zu einem guten Preis kann man also viele Sehenswürdigkeiten Boliviens entdecken.

Titicaca-See

Der für Europäer lustig klingende Name Titicaca-See bezeichnet eines der beliebtesten Touristenziele in Bolivien. Schon seit Urzeiten haben die Einheimischen ein besonderes Verhältnis zu diesem Gewässer, trotzdem kann nicht sicher gesagt werden woher der Name Titicaca stammt. Eine Version über die Herkunft des Namens besagt, dass die Bezeichnung sich aus zwei Aymarabegriffen zusammensetzt, nämlich aus titi, was soviel beduetet wie „große Katze“ und aus kak, was Felsen heißen kann. Die passende Legende berichtet dazu, dass der erste Inka über einen Felsen auf der so genannten Sonneninsel auf die Erde gestiegen sei und dieser Felsen habe die Form einer Wildkatze gehabt. Wegen der am Titicacasee heimischen Pumas hat man sich letztlich auf die Übersetzung Pumafelsen geeinigt und damit sind Einheimische wie Touristen sehr zufrieden.

Der Titicacasee bietet in erster Linie einer ganz besonderen Flora und Fauna ein Zuhause. Allein aus diesem Grund zieht es jährlich viele naturbegeisterte Touristen an den Titicacasee. Nur hier gibt es zum Beispiel den Titcaca-Taucher und der Titicaca-Frosch. Beim Titicaca-Taucher handelt es sich eigentlich um einen Vogel, der in diesem See beheimatet ist. Allerdings hat der Titicaca-Taucher so kleine Flügel, dass er nicht in der Lage ist zu fliegen. Wenn der Titicaca-Taucher aufgeschreckt wird, spurtet er auf dem Wasser los und schlägt mit den Flügeln allerdings ohne abzuheben.
Beim Titicaca-Frosch liegt die Besonderheit in dessen faltiger Haut. Dieser Frosch atmet nämlich über seine Haut und deswegen muss die Oberfläche der Haut durch die Falten so groß sein.
Auch Pflanzenfreunde kommen am Titcacasee auf ihre Kosten. Sie finden eine Unterart der Bromelie, die besonders hoch und schön wird. Sie braucht über 70 Jahre bevor sie blüht und wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, stirbt die Pflanze relativ schnell ab, denn die Anstrengung des Blühens ist zu groß. Dadurch sind diese Pflanze und der Titicacasee zu einem echten Geheimtipp für Liebhaber geworden.
Der Titicaca-See ist also wirklich etwas Besonderes. Er gehört zu den größten Süßwasserseen ganz Amerikas und ist der größte Südwassersee von Südamerika. Um die Dimensionen abschätzen zu können, liegt ein Vergleich mit Deutschlands größtem See, dem Bodensee nahe. Dieser würde etwa 13 Mal in den Titicacasee passen.

Geographisch befindet sich der Titicaca-See auf dem so genannten Altiplano, also auf einer Hochebene Boliviens in den Anden. Außerdem verläuft mitten durch den See die Grenze zwischen Peru und Bolivien, der östliche Teil des Sees gehört also zu Bolivien. Insgesamt ist der See etwa 8000 Quadratkilometer groß, dabei fast 200 Kilometer lang und 60 Kilometer breit. Wie tief der Titcaca-See ist, ist eine umstrittene Sache. Laut Messungen erreicht der See Tiefen bis etwa 280 Meter, doch die einheimischen Sagen behaupten der See wäre bodenlos. Die Größe des Titcaca-Sees ermöglicht in jedem Fall ein sehr gutes Geschäft für die Fischer rund um den Titicaca-See. Boliviens sonst recht arme Bevölkerung kann sich rund um den Titicacasee auf die Nahrungsquelle Fisch in jedem Fall verlassen. Außerdem ist das Klima am Titicacasee recht warm, so dass hier ein optimales Anbaugebiet für Kartoffeln, Gerste, Mais und andere Gemüsesorten und Feldfrüchte besteht. Die Anwohner rund um den Titicacasee müssen also keinen Hunger leiden. Von hier aus soll im Übrigen die Kartoffel ursprünglich ihren Siegeszug um die Welt angetreten haben.

Wer den Titicacasee besucht, der sollte auf jeden Fall auch die schwimmenden Insel der Uros besuchen. Dabei handelt es sich um Bauten der Uros, die ähnlich einem Hausboot auf dem Wasser schwammen und am Ufer verankert waren und bei Bedarf losgebunden werden konnten. Dies war teilweise nötig, weil die Uros kein gutes Verhältnis zu den Inkas hatten und der Titcacasee den Uros auf ihren schwimmenden Inseln eine Zufluchtsstätte bieten konnte.

Heute gibt es natürlich keine feindlich gesinnten Inkas mehr, doch die Uros haben ihre Lebensweise trotzdem nie aufgegeben, was zum einen an ihrem Stolz liegt und zum anderen daran, dass sie den Tourismus für sich entdeckt haben. Besucher dürfen die schwimmenden Inseln gegen ein Entgelt besuchen, allerdings gilt bei den schwankenden Bauten immer Vorsicht.
Weniger schwankend sind da schon die echte Insel Isla del Sol und die Isla de la Luna. In der Übersetzung hat man es hier also mit der Sonnen- und der Mondinsel zu tun. Auf beiden Inseln findet man unzählige Ruinen aus der Inkazeit, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen darf. Außerdem sollte man sich die Legende zu diesen Ruinen erzählen lassen, die von der Erschaffung der Inkas handeln.
Auch wenn man von bolivianischer Seite den Titicaca-See erforscht, sollte man trotzdem nicht die Insel Taquile und die Halbinsel Capachica auf der peruanischen Seite verpassen: bei ersterer handelt es sich um eine relativ spät entdeckte Insel, die heute wegen der auf ihr beheimateten strickenden Männer bekannt ist. v
Grundsätzlich ist der Titicacasee – egal von welcher Seite – immer eine Reise wert.

La Paz

La Paz gehört neben dem Titicacasee zu den beliebtesten Reisezielen Boliviens, so dass viele Touristen glauben La Paz sei die Hauptstadt Boliviens. Dazu trägt auch bei, dass La Paz den Regierungssitz beheimatet, jedoch ist Sucre die eigentliche Hauptstadt, jedenfalls offiziell, denn La Paz kann wohl als die heimliche Hauptstadt bezeichnet werden.

Wie bereits erwähnt ist die bolivianische Regierung in La Paz zu finden und dies ist erwähnenswert. La Paz liegt fast 4000 Meter über dem Meeresspiegel, was einigen Besuchern doch ein paar Probleme mit der Höhenkrankheit bereitet. Durch diese Höhe ist La Paz auch zu einem Eintrag ins Guniessbuch der Rekorde gekommen, denn kein Regierungssitz dieser Welt liegt höher. Dabei liegt La Paz noch in einem Canyon, der der Stadt zu einem geschützten Dasein und angenehmen Klima verhilft.

La Paz kann unterteilt werden in die eigentliche Stadt und das dazugehörige Umland. Nimmt man alle dortigen Anwohner zusammen kommt man auf etwa 1,6 Millionen Einwohner. Innerhalb der Stadt gibt es Höhenunterschiede von bis zu 1000 Metern, was Touristen immer wieder sehr zu schaffen macht, wenn sie in La Paz auf Entdeckungstour gehen. Zum Beispiel können zwischen dem höchsten und tiefsten Punkt in La Paz Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad Celsius liegen. Allerdings war es durch die unterschiedliche Höhe erst möglich einen Flughafen etwas außerhalb des beschriebenen Canyons zu bauen, so dass die Anreise nach La Paz überhaupt nicht mehr beschwerlich ist. Wer nicht mit dem Flugzeug nach La Paz reist, kommt höchst wahrscheinlich über eine der Zubringerstraßen entweder aus den nördlich gelegenen Yungas oder aus Oruro, das im Süden von La Paz liegt. Die Verbindung von La Paz mit dem Rest des Landes ist auf jeden Fall kein Problem.

Schwieriger ist da oft schon die Verkehrslage vor Ort. Durch die besondere topographische Lage von La Paz gibt es in der Stadt selbst verhältnismäßig wenige Straßen, die zudem eher schmal sind. Der Verkehr konzentriert sich daher schnell auf die wenigen guten Strecken, so dass man fast täglich ein Verkehrschaos beobachten kann. Dazu tragen auch die Taxi- und Busfahrer von La Paz ihren Teil bei, die mit kleinen Bussen und Sammeltaxis den öffentlichen Nahverkehr bilden. Man muss diese Gefährte durch Heranwinken zum Anhalten bewegen und kann dann jederzeit zusteigen. So kann es sein, dass trotz schwierigen Verkehrsverhältnissen die Taxi- und Busfahrer ständig anhalten und so den Verkehr zusätzlich aufhalten. In jedem Fall kommt man mit den Taxen und Bussen in La Paz überall hin, jedoch muss man genügend Zeit einplanen und kann sich nicht auf einen festen Fahrplan verlassen. So kann man von den hoch gelegenen Villenvierteln einfach hinab in die Vororte von La Paz fahren.
Die Lage der Wohnviertel in La Paz sagen im Übrigen viel über den sozialen Status ihrer Bewohner aus: Grob gesagt leben die sozial besser gestellten Bolivianer in den höheren Lagen der Stadt, während die Ärmeren wie auf der Sozialleiter tiefer stehen.

Der Name La Paz hat einen relativ schönen Hintergrund, denn er wurde im Andenken an eine friedliche gelösten und damit verhinderten Indianeraufstand gewählt. Der vollständige Name der Stadt lauter „Nuestra Senora de La Paz“ was soviel bedeutet wie „unsere Frau des Friedens“. Zu der Abkürzung auf La Paz kam es dann im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier, wo die Stadt ebenfalls eine entscheidende Rolle spielte.

Historisch gesehen ist La Paz schon lange ein wichtiges Zentrum gewesen. Im 16. Jahrhundert entdeckten die Spanier die Gegend für sich und gründeten das eigentliche La Paz als eine Art Versorgungsstation zwischen Potpsí und Callao, das in Peru liegt. Aus der Kolonialzeit lassen sich daher auch noch heute Bauten finden beziehungsweise hat diese prägende Zeit bis heute teilweise bewusst, teilweise unbewusst Spuren hinterlassen.

In der Innenstadt finden sich auf jeden Fall noch spanische Spuren, wie zum Beispiel die Kirche San Francisco, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. Auch findet man in der Innenstadt einige Museen, in denen sich ein Besuch immer lohnt. Allerdings ist das Stadtbild von La Paz nicht historischer als das anderer Städte, sondern verfügt wie die meisten Großstädte heute über ausgedehnte Shoppingmeilen und Bürokomplexe. Das Shoppingangebot ist übrigens sehr international, so dass man in La Paz alles bekommt, was das Herz begehrt.

In keiner bolivianischen Stadt dürfen übrigens Markthallen und Marktstätten fehlen und solche Gebäude und Plätze sind natürlich auch in La Paz zu finden. Darüber hinaus gibt es in La Paz den besonderen Hexenmarkt, auf dem traditionelle und vor allem rituelle Gegenstände und Waren gehandelt werden. Dies ist für eher nüchterne Europäer ein besonderes Erlebnis.

Wer in La Paz Urlaub macht, sollte sich Zeit nehmen vor allem die bolivianische Kultur lebendig zu entdecken und das geht am besten auf einem der Straßenfeste oder Folklore-Umzüge in La Paz. Hier nimmt der bolivianische Tanz eine Sonderrolle ein. Darüber hinaus bietet die Stadt täglich Konzerte, Lesungen oder Theateraufführungen, so dass man in La Paz immer von einem lebendigen und sehr guten kulturellen Angebot sprechen kann.

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