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Ischia – Die Trauminsel im Golf von Neapel

Die herrliche Insel Ischia im Golf von Neapel ist vulkanischen Ursprungs und bietet seit alters her tolle Möglichkeiten zur Entspannung und Gesundheitsvorsorge. Die Vorzüge der wunderschön gelegenen Insel mit ihrem milden Klima und den heißen Quellen wussten schon die alten Griechen zu schätzen. Sie siedelten hier bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. und nannten die Insel Pithekoussai. Als Zeugnis dieser alten Geschichte kann man noch heute den berühmten „Nestorbecher“, der mit der ältesten bekannten Inschrift in altgriechischer Schrift geschmückt ist, bewundern. Schon die alten Griechen nutzen die heißen Quellen und die Thermalwasser zu Heilzwecken, und als die Insel 322 v. Chr. Teil des Römischen Reichs wurde, haben sicher auch die Römer diese wohltuenden Quellen genutzt. Nach einer wechselvollen Geschichte mit vielen wechselnden Herrschern wurde das nur 30 Kilometer vor Neapel liegende Ischia schließlich Teil des vereinigten Königreichs Italien, aus dem 1948 schließlich die Republik hervorging. Genau in dieser Zeit begann auch der Aufstieg der Insel als beliebter Bade- und Kurort.

Ischia

Ischia ©iStockphoto/yanta

Inmitten der immergrünen Landschaft mit ihren zahlreichen Zitronen-, Orangen-, Feigen-, Wein- und Granatapfelgärten und der Vielzahl an wunderschönen Schmetterlingsarten erholten sich seit dem 19. Jahrhundert immer mehr europäische Adlige und Künstler und sorgen so für eine wahre Blüte der Thermalorte. Leider erschütterten im gleichen Jahrhundert auch mehrere Erdbeben die Insel und so wird der traditionsreiche Kurort Casamicciola Terme nahezu gänzlich zerstört. Der Wiederaufbau begann aber wieder rasch und ab 1950 ist Ischia vor allem bei deutschen Touristen ein begehrtes Reiseziel. Viele lassen sich so von der Schönheit der Insel bezaubern, dass sie gleich hier sesshaft werden. So leben heute etwa 5.000 Deutsche auf der nur 46 km² großen Insel.

Streifzüge über Ischia

Die herrlichen Thermalquellen, das saubere Wasser und die idyllische Natur zieht darüber hinaus jedes Jahr etwa 5 Millionen Besucher an. Sie lassen sich dabei nicht nur in den zahlreichen erstklassigen Wellnesseinrichtungen verwöhnen, sondern erkunden auch die einmalig schöne Natur mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna sowie die vielen interessanten historischen Sehenswürdigkeiten der Insel. Kommen Sie also mit auf einen Streifzug durch die geschichtsträchtige Insel und entdecken Sie die schönsten Orte Ischias.

Castello Aragonese

Das berühmteste Wahrzeichen Ischias ist sicherlich das Castello Aragonese, das bei keinem Reiseprogramm fehlen sollte. Schließlich kann es viel über die wechselvolle Geschichte der Insel erzählen und bezaubert mit seiner hübschen Lage auf einer kleinen Felseninsel aus Trachyt. Während die Ursprünge der Burg bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. liegen, wurde sie im Laufe der Jahrhunderte stets ausgebaut und als Verteidigungsanlage genutzt. Als 1301 die Stadt Geronda durch einen Vulkanausbruch zerstört wurde, fanden deren Bewohner auf der kleinen Insel eine neue Heimat und die Burg verwandelte sich zu einer richtigen kleinen Stadt.

Die heutige Gestalt geht allerdings auf die Aragonesen zurück. Sie bauten im 15. Jahrhundert wuchtige Befestigungsmauer und Wehranlagen, die sie und die Bevölkerung vor den ständigen Piratenangriffen schützen sollten. Im 16. Jahrhundert erlebte die Burg schließlich ihre Blütezeit und die Dichterin Vittoria Colonna machte das Castello Aragonese zu einem wahren Magneten für zahlreiche Renaissance-Künstler. Ein Clarissenkloster, eine Basilianer-Abtei und ein Bischofssitz fanden damals in der Festung genauso Platz wie 1892 Familien und die Residenz des Fürsten und seiner Garnison.

Mit dem Ende der Piratenüberfälle wurde auch die Bedeutung der Festungsinsel immer geringer und viele Einwohner zogen auf Ischia, um dort Landwirtschaft zu betreiben. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg fast völlig zerstört und schließlich verließ auch der letzte König die Insel. Danach wurde die Insel zu einem Gefängnis und heute befindet sie sich im Privatbesitz. Trotzdem ist sie für jedermann zugänglich und zahlreiche Festivals, Ausstellungen und andere Veranstaltungen beleben den geschichtsträchtigen Ort.

Forio und seine Wachtürme

Auf der anderen Seite der Insel findet man den hübschen Ort Forio, der eingebettet in die grünen Hügel der Nordwestküste liegt und Ausgangspunkt für viele interessante Exkursionen ist. Ein besonders schönes Highlight im Ort ist die strahlend weiß getünchte Wallfahrtskirche Santa Maria del Soccorso, die hoch über dem Meer thront. Unbedingt einen Besuch wert sind auch die markanten Wachtürme rund um Forio, die ab 812 n. Chr. als Alarmsystem bei Piratenüberfällen errichtet wurden. Im bekannten Wachturm Torrione, der aus grünem Tuffstein erbaut wurde, können Besucher in einem kleinen Museum mehr über diese längst vergangene Zeit lernen.

Villa Mortella

Für alle Pflanzen- und Gartenliebhaber gibt es ganz in der Nähe von Forio zwei wunderschöne Gärten zu bewundern. Als erstklassiges Beispiel der Gartenkunst des berühmten Landschaftsarchitekten Russell Page gilt dabei der wunderschöne Park rund um die Villa Mortella. Villa und Park wurden einst für den englischen Komponisten Sir William Walton und seine argentinische Frau Susana gestaltet. In dem schwer zugänglichen Gelände schuf Page ein wahres Meisterwerk, welches von Susana mit viel Liebe und Hingabe weiter belebt wurde. So kann die Öffentlichkeit heute hier zahlreiche von ihr angepflanzte und liebevoll gepflegte Orchideen, Lotusblumen, Wasserlilien und viele weitere seltene tropische Pflanzen bewundern. Im oberen Teil des Parks befindet sich ein Amphitheater, welches einen atemberaubenden Blick auf die Küste zulässt. Im Sommer finden hier zahlreiche Open-Air-Konzerte statt und locken zahlreiche Besucher an.

Giardini Ravino

Einen weiteren unvergesslichen Kultur- und Naturgenuss versprechen die Giardini Ravino, in denen Sie in einem einmaligen Ambiente mehr als 5.000 Sukkulenten und Kakteen aus aller Welt bewunder können. Giuseppe D’Ambra hat sich hier im Laufe seines Lebens einen Traum erfüllt und die in aller Welt gesammelten Kakteen in einem kunstvoll und abwechslungsreich gestalteten Gesamtensemble vereint. Inmitten von Lavendel, Zitrusbäumen und Hibiskus gedeihen die bereits zu imposanten Exemplaren gewachsenen Sukkulenten und ergeben mit den leuchtend weißen Architekturen ein wunderbares Bild der Harmonie.

Museo del Contadino und Casa Grecia

Wer dagegen mehr über die Geschichte Ischias und das einstige bäuerliche Leben aus Ischia erfahren möchte, muss etwas südwärts fahren und kann das Museo del Contadino in Panza besuchen. In dem interessanten Museum finden Sie viele alte Werkzeuge, Hilfsmittel und Fotos, aus der längst vergangenen Zeit, in der Ischia noch rein bäuerlich geprägt war.
Nur etwa einen Kilometer von Panza entfernt finden Sie dagegen noch ältere Fundstücke. In der archäologischen Ausgrabungsstätte der Casa Grecia wurden die vor 2.700 Jahren von heißem Schlamm begrabene Ort wieder freigelegt und bietet einen interessanten Einblick in die frühe Geschichte Ischias.

Nach all diesen und noch vielen weiteren wunderschönen Exkursionen können Sie sich an den herrlichen Sandstränden und einsamen Buchten Ischias erholen und wohltuende Thermalbäder nehmen. Genießen Sie die einmaligen Schönheiten dieser Insel auch mal im Winter oder Frühjahr und entfliehen Sie dem kalten deutschen Winter.

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