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Föhr

Die Liste der zehn größten deutschen Inseln reserviert Platz 5 für eine Nordseeinsel vor der Küste Schleswig-Holsteins. Föhr ist 82 km² groß und ein beliebtes Reiseziel besonders bei Familien. Neben Sylt, Amrum, Pellworm und der Halbinsel Nordstrand gehört Föhr den fünf Nordfriesischen Inseln an und reizt durch seinen ausgeprägten Wohlfühlcharakter. Das rührt daher dass die Insel sehr windgeschützt liegt, Sylt und Amrum schirmen den Großteil der Meeresbrise ab. So kann sich die Natur wunderbar entfalten und dies bringt Föhr oft den Beinamen „die grüne Insel” ein.

Die geografische Ausdehnung Föhrs beträgt von Ost nach West etwa 7 km, zwischen Nord und Süd liegen 12 km. In den Küstengebieten Deutschlands unterscheidet man landschaftlich zwischen Geest und Marschland. Föhr wird im Norden durch Marsch geprägt, auch Schwemmland genannt, angeschwemmte Landschaftsformen die nach der Eiszeit entstanden sind. Im Süden hingegen herrscht die Geest vor, während der Eiszeiten gebildete Sandablagerungen. Das Marschland ist flacher als der Geestrücken, daraus lässt schließen dass die höchste Erhebung mit 13 Metern über dem Meer im Süden Föhrs liegen muss – so ist es auch, genauer gesagt zwischen Nieblum und Midlum. Bekanntester Ort der Insel ist jedoch Zweifels ohne Wyk auf Föhr, anerkannter Kurort und Nordseeheilbad. Bei genauem Hinhören erkennt man an der Sprache der Einheimischen, dass Föhr zum Kreis Nordfriesland gehört. Von den rund 9.000 hier dauerhaft lebenden Menschen spricht knapp ein Drittel noch den friesischen Dialekt. Das verleiht ihr diesen nordischen Charme einer familienfreundlichen Erholungsinsel. Wer ein ausgelassenes Nachtleben und Party rund um die Uhr sucht ist auf Föhr nicht richtig. Wobei Wyk ja kein Dorf ist sondern eine Stadt mit 5.000 Einwohnern und saisonal platzt das beliebte Urlaubsdomizil mit 20.000 Besuchern fast aus allen Nähten. Dann kommt auch Stimmung auf, allerdings alles in Maßen, Föhr ist nicht Mallorca!

Föhr

Föhr ©iStockphoto/Lupico

Ohne Wyk geht auf Föhr gar nichts. Die Insel ist nicht wie etwa Sylt, Rügen oder Usedom mit einem Steg zum Festland verbunden, sondern die Anreise ist ausschließlich per Schiff oder Flugzeug möglich. Den einzigen Fährhafen der Insel besitzt Wyk, nicht nur der Personenverkehr wird an diesem Ort abgewickelt, auch die Binnenschifffahrt verlädt Exportgüter wie Muscheln oder Krabben und importiert notwendiges vom Festland. Die Ankunft über den Verkehrsflughafen Wyk ist zudem möglich. Da es durchaus autofreie Inseln in Deutschland gibt, sei an dieser Stelle erwähnt, Föhr erlaubt die Mitnahme von Pkw’s. Und so pendeln täglich mehrmals Autofähren von Wyk hinüber zum Festland Schleswig-Holsteins, nach Dagebüll, wo auch der Anschluss mit der Deutschen Bundesbahn in Richtung Hamburg möglich ist.

Der Nordwesten der Insel Föhr wurde zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer erklärt und ist daher ein Schutzgebiet. Südlich gelegen erstreckt sich bis zur Stadt Wyk ein 15 km langer Küstenstreifen mit traumhaft feinem weißen Sand. Im Jahr 2007 wurden die elf Gemeinden der Insel Föhr mit den drei Gemeinden der Insel Amrum zusammengelegt und bilden seither gemeinsam das Amt Föhr-Amrum. Verwaltungssitz ist Wyk, die Außenstelle leitet der Ort Nebel auf Amrum. Die ansässigen verbleibenden Bürger Föhrs, welche nicht in Wyk leben, verteilen sich auf 16 Inseldörfer die folgende elf Gemeinden bilden: Alkersum, Borgsum, Dunsum, Midlum, Nieblum, Oevenum, Oldsum, Süderende, Utersum, Witsum und Wrixum. Sie werden verschiedene Mundarten auf Föhr bemerken. Während sich Wyk dem Hochdeutschen angepasst hat wird ländlich noch viel friesisch oder Plattdüütsch gesprochen.

Föhr ist ein Erholungsparadies in der Nordsee. Bis vor einigen Jahrhunderten war die Insel noch keine Insel, sondern Festland, eine Sturmflut im Jahr 1362 änderte dies schlagartig. Ganze zwei Tage wüteten die hohen Wellen. Föhr hat dies aber als Urlaubsziel keinen Abbruch getan. Obwohl die Anreise nun etwas beschwerlicher ausfällt, wissen Erholungssuchende die grüne Insel, ihr Flair, die frische Meerluft und ihr mildes Klima zu schätzen. Sie kommen gern in den hohen Norden, kurz vor der dänischen Grenze.

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